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San Francisco
01/23/2014

Demonstranten belagern Haus von Google-Entwickler

Das Haus eines Google-Entwicklers wurde im Rahmen einer Demonstration gegen Technologie-Konzerne belagert. Die Demonstranten beobachteten ihn tagelang.

Eine Gruppe von Einwohnern der US-Stadt Berkeley, in der Nähe von San Francisco, hat den Protest gegen Silicon Valley-Riesen wie Google oder Facebook auf ein beunruhigendes Niveau gehoben. Die Gruppe, die sich selbst nur als „Counterforce“ (Gegenkraft) bezeichnet, hat die Adresse eines Google-Mitarbeiters, Anthony Levandowski, veröffentlicht und dort in Form von Protesten ihren Unmut gegenüber dem Konzern und dessen Projekten kundgetan. Levandowski dürfte wohl durch einen Artikel im New Yorker die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, in dem er unter anderem davon spricht, tagtäglich von Berkeley nach Mountain View mit einem selbstfahrenden Auto zu reisen.

"Cyber-kapitalistisches Utopia"

Die Gruppe protestierte am Dienstag Morgen knapp 45 Minuten vor Levandowskis Haus und verteilte dabei Flyer, auf denen er als Roboter bezeichnet und ihm die Verschandelung der Stadt vorgeworfen wird. Levandowski hat erst kürzlich ein Wohnhaus erworben, das er nun umbauen lassen möchte. Das würde jedoch nur zur weiteren Gentrifizierung und Sterilisierung der Stadt beitragen und sei ein „Zeichen für die Arroganz, Distanz und Luxus der herrschenden Klasse“. Weiter heißt es im online veröffentlichten Flyer: „Anthony Levandowski versucht, sein eigenes Cyber-kapitalistisches Utopia in der großartigen Stadt Berkeley zu errichten“

Damit haben die Anrainer-Proteste gegen die Technologie-Konzerne im Silicon Valley einen neuen Tiefpunkt erreicht. Bereits seit 2008 protestieren Einwohner von San Francisco und umliegenden Städten, da durch den Technologie-Boom die Mieten und Wohnungspreise rasant in die Höhe geschossen sind. Zudem wird vor allem gegen die von den Konzernen eigens für ihre Mitarbeiter eingerichteten Shuttle-Busse protestiert. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage unter 130 Google-Mitarbeitern, die zwischen San Francisco und Mountain View pendeln, zeigt, dass 40 Prozent der Befragten aus San Francisco wegziehen würden, wenn es die Luxus-Shuttles nicht geben würde. Stattdessen würden sie näher zur Arbeit ziehen.

Demonstranten stalken Levandowski

Auch wenn die Proteste mittlerweile auch die Unterstützung einiger Verantwortlicher der Stadt erhalten haben - eine Abstimmung über die Einführung einer Gebühr von 1 Dollar pro Stop und Tag für die Sonder-Shuttles ist für das Frühjahr geplant - wurde mit dieser Art von Protesten wohl eine Grenze überschritten. Der Flyer enthielt unter anderem in beängstigendem Detail beschriebene Passagen aus der Überwachung von Levandowski durch „Counterforce“: „Er trug Google Glasses, hielt sein Baby mit einem Arm sowie ein Tablet mit seiner freien Hand. Als er die Stiegen mit seinem Baby herabstieg, waren seine Augen durch die Gläser von Google Glass auf sein Tablet gerichtet, nicht auf das Lebewesen, das an seine Brust gepresst war. Er wirkte in diesem Augenblick wie der Roboter, der er zugibt zu sein.“

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