Digital Life 13.04.2017

„Erster Protest aus dem All“ richtet sich gegen Trump

© Bild: Screenshot/ASAN

ASAN, ein unabhängiges Netzwerk von Hobby-Raumfahrern, beschimpft US-Präsident mittels Wetterballon aus der Stratosphäre. Dabei setzt man auf den "Overview-Effekt".

Das Autonomous Space Agency Network (ASAN), ein unabhängiges Netzwerk von Hobby-Raumfahrern, hat den nach eigenen Angaben „ersten Protest aus dem All“ durchgeführt. Dazu wurde ein Wetterballon gestartet, an dem eine Kamera und ein ausgedruckter Tweet der Organisation gehängt wurde. Der Tweet war an US-Präsident Donald Trump gerichtet und lautet: „LOOK AT THAT, YOU SON OF A BITCH“.

Der Spruch ist eine Anspielung an ein Zitat des Apollo-14-Astronauten Edgar Mitchell, dem sechsten Mann auf dem Mond. Dieser sagte nach seiner Rückkehr folgendes: „Vom Mond aus macht internationale Politik einen so unbedeutenden Eindruck. Man möchte am liebsten einen Politiker am Genick packen, ihn eine Viertel Million Meilen von der Erde wegzerren und sagen: ‚Schau dir das an, du Hurensohn’“.

Derartige Erlebnisse haben auch andere Astronauten berichtet, auch wenn deren Beschreibungen nicht so unverblümt waren. Das Phänomen ist als „Overview-Effekt“ bekannt und soll die Perspektive dieser Menschen nachhaltig verändert haben.

Technisch gesehen nicht im Weltraum

Der Start erfolgte im Rahmen der Yuri's Night. Ein mehr als zwei Stunden langer Livestream, unterlegt mit klassischer Musik, dokumentiert den Aufstieg und gibt einen faszinierenden Ausblick. Wogegen genau ASAN protestiert, ist unklar, Gründe liefert Trump genug. So strich Trump die Unterstützung für Forschungsprojekte zum Thema Klimawandel und Umweltschutz, die von der NASA vorgesehen waren. Zudem wurde die Umweltschutzbehörde EPA massiv eingeschränkt.

Obwohl die Veranstalter vom „ersten Protest aus dem All“ sprechen, hat es der Wetterballon aber nie ins Weltall geschafft, sondern lediglich in die Stratosphäre. Er ist lediglich knapp 90.000 Fuß (rund 27 Kilometer) hoch gestiegen, der Weltraum beginnt aber erst über der sogenannten Kármán-Linie, die bei 100 Kilometern liegt.

( futurezone ) Erstellt am 13.04.2017