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Kurswechsel
07/25/2012

Iran: Mit Facebook vereint gegen Pornografie

Die iranische Cyberpolizei will angeblich mit Facebook im Kampf gegen Online-Pornografie kooperieren. Die Einstellung der Regierung gegenüber dem Social Network hat sich offenbar gewandelt. Welche Pläne der Iran mit Facebook genau verfolgt, bleibt aber unklar.

Der Iran schlägt in seiner bisher gespaltenen Beziehung zu Facebook offenbar einen neuen Weg ein. Laut der halboffiziellen iranischen Nachrichtenagentur ISNA will die staatliche Cyberpolizei mit dem Social Network kooperieren, um Online-Pornografie zu bekämpfen. Wie genau die Zusammenarbeit funktionieren soll, bleibt unklar.

Sinneswandel
Bisher stand die iranische Regierung Facebook eher feindlich gegenüber. Während der Präsidentschaftswahlen 2009 wurde der Zugang zum Social Network blockiert, vermutlich aus Sorge, oppositionelle Kräfte könnten sich über Facebook organisieren.

Kamal Hadianfar, Chef der iranischen Cyberpolizei, begründete den plötzlichen Kurswechsel laut Cnet so: "2010 war Facebook noch ein Freigehege für Kriminelle, aber im Namen Gottes und mit der Präsenz der Polizei haben wir während der letzten 15 Monate maßgebliche Schritte unternommen, Social Networks zu reinigen, speziell jenes von Facebook."

Definitionsfrage
Facebook hat mit Pornografie unterdessen wenig am Hut. Die Nutzungsbedingungen untersagen die Veröffentlichung von pornografischen Inhalten klar. Die Definition von Pornografie könnte unter iranischen Behörden jedoch weiter als allgemein üblich gefasst sein. Erst im Jänner war der Web-Entwickler Saeed Malekpour

worden, nachdem eine von ihm entwickelte Bild-Upload-Software ohne seines Wissens von einer Porno-Webseite verwendet worden war.