Der Kreditkarten-große Mini-Computer
Bastler entwickelt funktionsfähigen PC in Form einer Kreditkarte
In ihren Anfangszeiten füllten Computer noch ganze Räume – längst sind sie auf Hosentaschenformat zusammengeschrumpft. Dass noch weitere Miniaturisierung möglich ist, zeigt ein Projekt, das kürzlich auf GitHub veröffentlicht wurde:
Ein Bastler oder eine Bastlerin mit dem Namen Krauseler zeigt mit Muxcard einen „lächerlich dünnen“ Computer im Kreditkartenformat. Im Gegensatz zu ähnlichen Geräten sei dieser Prototyp auch nur ein winziges bisschen dicker als eine Standard-Plastikkarte: „Das Ziel für dieses Projekt war einfach: Bei etwa einem Millimeter Gesamtdicke bleiben und die Illusion einer normalen Karte bewahren“, heißt es auf der GitHub-Seite.
Ein Millimeter Dicke als Ziel
Der Mini-Computer basiert auf einem ESP32-C3-Prozessor mit WLAN-Funktion, einem NFC-Modul und einem ultradünnen Lithium-Polymer-Akku mit 30 mAh. Verbaut ist außerdem ein flexibler eInk-Bildschirm mit 200x200 Pixeln sowie ein Bewegungssensor.
Das alles so zu verbinden, dass der fertige Computer am Ende einen Millimeter Dicke nicht übersteigt, sei eine große Herausforderung gewesen. Zum Beispiel können keine Standard-Verbindungselemente für das Display genutzt werden, weil sie zu viel Platz brauchen und nicht flexibel sind.
➤ Mehr lesen: OmniOne ist ein Mini-PC mit Tastatur für die Hosentasche
Alles einzeln löten
Krauseler lötete daher jeden Verbindungsdraht zwischen Display und Platine einzeln. Besonders ästhetisch sei das nicht: „Der Aufbau gleicht derzeit einem winzigen Tatort. Aber das Wichtigste ist: Das Grundkonzept funktioniert.“
Fitzelige Handarbeit
© Krauseler auf GitHub
Muxcard sei ganz klar noch ein Prototyp. In Sachen Haltbarkeit, Batterielaufzeit und effizienter Herstellung sei noch viel zu tun. Derzeit arbeitet Krauseler an der Integration eines USB-C-Ports, eines MicroSD-Karten-Slots und Touch-Buttons.
Einsatzzwecke
Mitunter das Interessanteste am Muxcard-Projekt seien die möglichen Use Cases. Der Mini-Computer könnte sich als Smart-Home-Dashboard oder Offline-Speicher für Passwörter eignen.
➤ Mehr lesen: 7 praktische Ideen, wie euch NFC-Tags den Alltag erleichtern
Auch ein minimalistisches Wallet für QR-Codes, NFC-Schlüssel, Tickets und dergleichen sei denkbar. Selbst als Visitenkarte, an die man sich mit Sicherheit erinnert, könnte man Muxcard einsetzen. Krauseler ruft explizit dazu auf, nicht-kommerziell mit dem Prototypen zu experimentieren und neue Einsatzszenarien zu finden: „Je lächerlicher, desto besser!“
Kommentare