Microsoft Excel
Excel hat einen kuriosen Fehler, der sich kaum lösen lässt
Microsoft Excel denkt, dass der 29. Februar 1900 tatsächlich ein Tag war. Allerdings legt der gregorianische Kalender, der weltweit am gebräuchlichsten ist, fest, dass bestimmte Jahreszahlen, wie 1900 und 2100, keine Schaltjahre sind, sofern sie sich nicht durch 400 teilen lassen. Das erste Schaltjahr des 20. Jahrhunderts war demnach 1904. Warum Microsoft den Fehler zwar kennt, aber nie behoben hat, erklärt das Unternehmen auf seiner Webseite.
Als Microsoft Excel 1987 erstmals auf den Markt kam, stand es in Konkurrenz zu einem weiteren Tabellenprogramm namens Lotus-1-2-3. Dieses Programm erkannte 1900 als Schaltjahr, weil es insgesamt die Datumsverarbeitung einfacher machte und sich nur in einer sehr geringen Anzahl von Fällen bemerkbar machte.
Kompatibilität
Microsoft kopierte diesen Fehler absichtlich, erst für das 1985 erschienene Multiplan, dem Vorgänger von Excel. Ziel war es, Multiplan bzw. Excel und Lotus-1-2-3 kompatibel zu machen. Denn nur, wenn sie die gleiche Datumsverarbeitung nutzen, lassen sich Arbeitsblätter von einer zur anderen Software übertragen.
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Nun existiert Lotus-1-2-3 seit 2014 nicht mehr und war auch zuvor kaum mehr relevant. Warum hat Microsoft den Fehler also nicht einfach behoben? Möglich wäre das eigentlich - aber nicht praktikabel.
Änderung würde Flut neuer Fehler bringen
Würde man jetzt die Datumsverarbeitung ändern, würden sich alle Daten in allen Excel-Tabellen um einen Tag verringern. Das bedeutet, Nutzer müssten jedes Datum und jede Formel, die ein Datum nutzt, manuell ändern. Formeln wie die WOCHENTAG-Funktion würden plötzlich falsche Werte ausspucken oder gar nicht mehr funktionieren.
Wer ein Datum vor dem 1. März 1900 in Excel eingibt, erhält falsche Werte
© Microsoft / Screenshot
Zudem wurde Excel so gebaut, dass es mit anderen Programmen kompatibel ist, so wie es schon mit Lotus-1-2-3 der Fall war. Würde Microsoft den Schaltjahr-Fehler jetzt einfach korrigieren, wäre diese Kompatibilität nicht mehr gegeben. Auch legt das Unternehmen großen Wert auf Abwärtskompatibilität, insbesondere für Businesskunden. Deswegen ist es noch immer möglich, uralte Excel-Dokumente in der neuesten Version der Software zu öffnen - aber nur, wenn 1900 zumindest dort ein Schaltjahr bleibt.
Stattdessen nimmt man einen Fehler in Kauf, der laut Microsoft nur sehr selten auftritt: Datumsangaben vor dem 1. März 1900 sind nicht korrekt. Microsoft stellt zudem klar, dass alle folgenden Jahre korrekt ausgegeben werden, z.B. dass das Jahr 2100 kein Schaltjahr ist. Nur Jahrhunderte, die sich durch 400 teilen lassen (z.B. 1600), sind Schaltjahre.
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