Kampfjet mit zwei Piloten im Cockpit fliegt über eine ländliche Landschaft.

Eine Rafale der französischen Luftwaffe bei einer Übung in der Nähe des Stützpunkts Šiauliai.

© Französische Luftwaffe
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Militärtechnik

Video aufgetaucht: Französische Rafale schießt unbekannte Drohne ab

Am Montag um 09:20 stiegen französische Kampfjets zu einem Alarmstart auf. Um 09:40 wurde die Alarmstufe von Gelb auf Orange angehoben: Eine Drohne ist in den lettischen, und damit den Luftraum der NATO, eingedrungen.

Um 10:05 erfolgte der Abschuss. Eine Rafale hat die Drohne mit einer Luft-Luft-Rakete zerstört. Jetzt ist ein Video der Abfangaktion aufgetaucht, das u.a. vom estnischen Politiker Marko Mihkelson gepostet wurde:

Modell und Ursprungsland der Drohne sind bisher unbekannt. Allerdings berichtet die APA, unter Berufung auf die bei der Abfangaktion beteiligten Streitkräfte, dass die Drohne aufgrund „russischer elektromagnetischer Kriegsführung“ in den NATO-Luftraum eingedrungen sei. Das deutet darauf hin, dass die Drohne aus der Ukraine gekommen und durch Jamming, GPS-Spoofing oder ähnliche Maßnahmen vom Kurs abgebracht wurde.

6 russische Flugzeuge abgefangen

Für die Flieger der französischen Luftwaffe, die im Rahmen des Baltic-Air-Policing auf dem litauischen Stützpunkt Šiauliai stationiert sind, ist es die zweite Mission in kurzer Folge. Am 2. Juni wurden 6 russische Flugzeuge abgefangen, darunter Kampfjets der Typen Su-24, Su-34 und Su-35.

 Mehr lesen: Französische Jets fangen russische Militärflugzeuge ab

Ein Waffeneinsatz war dabei nicht nötig. Wie üblich bei Abfangmanövern wurde der Sichtkontakt hergestellt. Die Maschinen, die keine Genehmigung für das Eindringen in den NATO-Luftraum hatten, wurden dann bis zu deren Kursänderung begleitet.

Abschuss vermutlich mit MICA

Sowohl beim Einsatz am 2. Juni als auch am 8. Juni wurde die Dassault Rafale verwendet. Der in Frankreich gebaute Kampfjet ist seit 2000 im Einsatz.

Die Rafale hat insgesamt 14 Hardpoints für Bewaffnung und Zusatztanks. Anhand bisheriger Fotos ist bekannt, dass die Rafales, die von Šiauliai aus starten, mit der Luft-Luft-Rakete MICA bewaffnet sind. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die Drohne mit einer MICA abgeschossen wurde.

Die reguläre Version der MICA hat eine Reichweite von 60 bis 80 km. Es gibt sie sowohl mit einem Radar- als auch mit einem Infrarotsuchkopf. Die beim Baltic-Air-Policing beteiligten Rafales sind mit beiden Varianten gleichzeitig ausgerüstet.

Der Radarsuchkopf kommt üblicherweise bei längeren Distanzen zum Einsatz und bei schlechter Sicht. Der Infrarotsuchkopf wird für kürzere Distanzen genutzt und Ziele, die eine zu kleine Radarsignatur haben. Die MICA ist zudem Lock-On-after-Launch-tauglich: Das heißt, der Pilot kann bei Bedarf erst nach dem Start der Rakete per Helmvisier das Ziel zuweisen. Dadurch können etwa feindliche Jets bekämpft werden, die sich seitlich, über oder sogar hinter der Rafale befinden.

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