Digital Life
31.01.2016

Stromversorger setzt Software gegen Hanfplantagen ein

Da der Strom für den Anbau von Hanfpflanzen meist gestohlen wird, will ein niederländischer Stromversorger diesen Stromdiebstahl mithilfe einer Software orten.

Der verbotene Anbau von Hanfpflanzen zur Herstellung von Haschisch in den Niederlanden soll in Zukunft schwieriger werden. Der Stromnetzbetreiber Stedin (Rotterdam) hat nach eigenen Angaben vom Samstag eine Software entwickelt, die von örtlichen Verteilstellen aus den übermäßigen und meist illegalen Verbrauch von großen Strommengen in den großen Städten des Landes relativ genau orten kann.

„Wir sehen, dass die Kriminellen beim Verbergen von Hanfplantagen immer innovativer geworden sind“, sagte Dave de Wit, bei Stedin für die Bekämpfung von Stromdiebstahl zuständig. In Räumen angebauter Hanf muss, um das Haschisch-Harz auszubilden, mit Lampen bestrahlt werden. Dabei entsteht Hitze - zudem wird das Stromnetz meist illegal angezapft.

Gefahr für Allgemeinheit

Mittlerweile würden in den Städten des Landes die Plantagen in Dachböden oder anderen Räumen besser belüftet und isoliert, sagte De Wit. Sie seien immer schwerer mit Wärmebildkameras aus Polizeihubschraubern zu erkennen.

In der Mitteilung des Netzbetreibers heißt es, der verborgene Hanfanbau in Großstädten sei wegen der Manipulation der Stromleitungen und der Kurzschlussgefahr ein Problem für die Allgemeinheit. Im vergangenen Jahr seien 1352 Hanfplantagen entdeckt worden. Stedin wolle mit der präzisen Überwachung des Stromverbrauchs aber nicht nur die Hanfanbauer, sondern alle Stromdiebe treffen.