Digital Life
26.08.2012

Wie Neil Armstrong am Mond fotografierte

Der "erste Mann am Mond", Neil Armstrong, ist am Samstag nach einer Herzoperation im Alter von 82 Jahren verstorben. Er hat nicht nur einen großen Schritt für die Menschheit getan, sondern mit seinen Fotografien der Welt den Mond nähergebracht als je zuvor. Bei seiner Mondmission 1969 waren Hasselblad-Kameras mit dabei.

US-Präsident bezeichnete Neil Armstrong am Tag nach dessen Tod als einen der größten amerikanischen Helden, die deutsche Bundesregierung stellte den US-Astronauten in eine Reihe mit Kolumbus: In der Nacht auf Sonntag ist die Raumfahrer-Legende den Folgen einer Herzoperation erlegen. Erst vor kurzem wurde Armstrong 82 Jahre alt.

Armstrong wurde bereits zu Lebzeiten zu einer Legende. Denn er gilt nicht nur als der erste Mann am Mond, die Aufnahmen, die er und seine Raumfahrer-Kollegen Buzz Aldrin und Michael Collins vom Mond mitbrachten, kennt heute nahezu jeder Mensch. Sie haben uns den Erdtrabanten nähergebracht als je zuvor - und wurden unter sehr speziellen Bedingungen aufgenommen.

Fotostrecke:

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Bei der Apollo-11-Mission, die am 16. Juli 1969 startete, waren drei Fotoapparate der schwedischen Firma Hasselblad mit an Bord,  jeweils mit Normal- und Teleobjektiv (Zeiss Planar ƒ/2.8 80 mm bzw. Zeiss Sonnar ƒ/5.6 250 mm). Das Modell "500 EL" wurde von Hasselblad umfangreich modifiziert. Auch die Filme - der Farbfilm war damals eine Neuheit - musst den Bedingungen am Mond angepasst werden. Denn fotografischer Film schmilzt bei 65°C, am Mond gibt es jedoch Temperaturen bis zu 120 °C, außerdem ist die kosmische Strahlung ein Problem, vor der das sensible Material geschützt werden muss. Apollo 11 löste das Problem durch Kodak-Rollfilme in Alukapseln, beschichtet mit Polyester.

Drei Jahre Training
Bevor Armstrong - auf den meisten Fotos ist sein Kollege Aldrin zu sehen - am Mond fotografieren konnte, musste er drei Jahre Training absolvieren. Dabei wurde eben auch trainiert, wie im Raumanzug und unter erschwerten Bedingungen zu knipsen ist - schließlich wollte die NASA nicht, dass man zum Mond flog und dann keine guten Schnappschüsse mitbrachte. Die Kameras waren am Anzug der Astronauten befestigt, damit diese sich auch einfach loslassen konnten, sollten sie die Hände für andere Tätigkeiten brauchen. Die Befestigung an der Brustplatte hatte aber noch einen weiteren Vorteil: Sie diente als eine Art "menschliches" Stativ, um bei den schlechten Lichtverhältnissen im All nichts zu verwackeln.

Insgesamt brachte die Crew 1407 Fotos mit, die legendären Hasselblads blieben allerdings am Mond. Um mit leichterem Gepäck zu reisen, wurden die sehr klobigen Kameras nach Ende der Mission am Mond zurückgelassen. Heute befinden sich - alle Apollo-Missionen zusammengezählt - noch 13 Hasselblads dort.

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