Das Kontrollzentrum des Kraftwerks Simmering.
Stromausfall und Blackout: So steht Österreichs Energiesicherheit da
Ein funktionierendes Stromnetz ist für die meisten Österreicher selbstverständlich. Wenn einmal im Jahr für wenige Minuten der Strom ausfällt, ist bereits die ganze Nachbarschaft in Aufruhr. In anderen Ländern stehen solche Ausfälle an der Tagesordnung.
In Österreich liegt der Versorgungssicherheitsgrad hingegen bei 99,99 Prozent. Das bedeutet, dass es in 99,99 Prozent der Zeit keine Gebrechen gibt. Im Umkehrschluss liegen ungeplante Stromausfälle also nur 20 bis 30 Minuten pro Jahr vor.
Podcast blickt hinter die Kulissen der Stromversorgung
Was passieren muss, damit das auch so bleibt, und was der Unterschied zwischen Stromausfall und Blackout ist, wird in der neuesten Folge des Wien Energie Podcasts “Energievoll” erklärt.
© Wien Energie
Wenn einmal das Licht ausgeht, kann das verschiedene Ursachen haben. Bagger können Erdkabel beschädigen, Blitzeinschläge Trafostationen lahmlegen oder Bäume bei Sturm auf Freileitungen fallen. In Wien schafft man es im Schnitt nach 90 Minuten, wieder alle betroffenen Haushalte mit Strom zu versorgen, indem man auf andere Leitungen umschaltet.
Blackout ist mehr als ein Stromausfall
Um einen Blackout auszulösen, also ein Szenario, indem große Teile des Landes im Dunkeln liegen, müssen mehrere Fehler wie bei einer Kettenreaktion zusammenkommen. Um das zu verhindern, überwacht der Netzbetreiber APG ständig Spannung und Frequenz im Stromnetz. Das ist wichtig, denn es muss zu jeder Zeit immer so viel Strom produziert werden, wie auch verbraucht wird. Ansonsten würde das Netz zusammenbrechen.
Energievoll Folge 6: Versorgungssicherheit
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Der Ausbau der erneuerbaren Energien macht diese Aufgabe immer schwieriger. Solar- und Windenergieanlagen können etwa keinen Strom produzieren, wenn keine Sonne scheint oder kein Wind weht. Zudem gibt es in Österreich einen starken Ost-West-Unterschied, der die Sache erschwert. Während im Osten Photovoltaik und Windkraft dominieren, sind es im Westen Pumpspeicherkraftwerke. Die Übertragungskapazität reicht dabei nicht immer aus, um genügend Strom dorthin zu transportieren, wo er gerade gebraucht wird.
Regelleistungskraftwerke, um die Balance zu halten
Sogenannte Regelleistungskraftwerke sind daher wichtig, um das Stromnetz in Balance zu halten. Sie können zugeschaltet werden, wenn der Bedarf nach elektrischer Energie groß ist und gedrosselt werden, wenn er wieder sinkt.
“In Wien ist das Kraftwerk Simmering das Herzstück der Energieversorgung”, sagt Kraftwerksleiterin Michaela Killian im Wien Energie Podcast. Es produziert nicht nur Strom und Wärme für Hunderttausende Wienerinnen und Wiener, sondern kann auch Lastspitzen abdecken.
Michaela Kilian leitet das Kraftwerk Simmering.
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Sollte es einmal zu einem Blackout kommen, ist das Kraftwerk Simmering auch am Wiederhochfahren des Stromnetzes beteiligt. Anders als andere Kraftwerke ist es nämlich schwarzstartfähig, braucht also selbst kein funktionierendes Stromnetz, um hochzufahren.
Wasserstoff statt Erdgas
Erneuerbare Energien sind zwar die Zukunft, ist sich Killian bewusst, doch Regelleistungskraftwerke wird es auch in Zukunft geben müssen. Idealerweise wird dann darin aber kein Erdgas mehr verbrannt, sondern alternative Brennstoffe wie grüner Wasserstoff.
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen Wien Energie und der futurezone.
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