Das Smartphone ist schon längst ständiger Begleiter beim Wintersport

© David Kotrba

Digitaloffensive
02/01/2014

WLAN, Apps und 3D-Karten erobern Skipisten

Das Skigebiet Ski amadé will mit interaktiver Routenplanung, App und immer größerer WLAN-Abdeckung verstärkt Internet- und Smartphone-Nutzer ansprechen.

von David Kotrba

"88 Prozent aller Urlauber reisen mit einem 3G- oder WLAN-fähigen Gerät. Jeder zweiter Urlauber lädt sich eine Reise-App herunter. Das Smartphone ist zu einem wichtigen Teil der Skiausrüstung geworden", so leitet Christoph Eisinger, der Geschäftsführer von Ski amadé eine Präsentation vor österreichischen Journalisten ein. Auch die futurezone wurde in die Salzburger Bergwelt - genauer gesagt die Skiregion Hochkönig - eingeladen, um herauszufinden, wie sich interaktive Routenplanung, eine eigene App oder eine ausgebaute WLAN-Abdeckung auf das eigene Skiurlaubserlebnis auswirken könnten.

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Interaktiver Pistenplan und 3D-Karte

Seit der Saison 2012/13 führt Ski amadé eine digitale Offensive, die von der Urlaubsplanung am PC über Live-Informationen am Smartphone und eine Verknüpfung von Web und App reicht. Per Webbrowser sollen sich Interessierte auf dem Ski amadé Skipanorama, einem interaktiven Pistenplan, einen Überblick über das Skigebiet, seine Hotels, Lifte, Pisten, Hütten, Funparks und sonstige Annehmlichkeiten verschaffen können. Wer einen noch realistischeren Eindruck von der potenziellen Urlaubsdestination erhalten will, kann sich auch die 3D Reality Map am PC (Version 2.0 für Mac folgt erst) installieren.

Das Skipanorama bietet eine Routing-Funktion, mit der man zu seinen persönlichen "Points of Interest" gelotst wird. Dabei lässt sich zur Adaptierung des Zeitplans das eigene skifahrerische Können (3-stufig) einstellen. Wer sich inspirieren lassen will, kann auf verschiedene Themenrouten zurückgreifen. Die Verfügbarkeit von Liften und Pisten wird dabei ständig aktualisiert. Eine im Webbrowser gestaltete Skiroute lässt sich - nach einer Online-Anmeldung - mit dem so genannten Web-Mobile Connector auf das eigene Smartphone übertragen.

App als Skitag-Steuerungszentrale

Das Smartphone wird solcherart zur Steuerungszentrale des eigenen Skitags. Die Ski amadé Guide App soll in seiner Version 3.0 alles bieten, was man an Information auf der Piste braucht, etwa die aktuelle Wetterlage, einen Skiplan mit Ortungsfunktion, Webcam-Bilder aus der Region oder eine Tracking-Funktion. Auf dem Skiplan lassen sich Points of Interest in verschiedenen Kategorien ein- oder ausblenden, etwa Sehenswürdigkeiten, Toiletten, Bushaltestellen, Funparks, Rennstrecken, Apotheken, Bankomaten, Skiverleihs oder Supermärkte.

Mit der Tracking-Funktion kann man die zurückgelegten Wege eines Skitags protokollieren. Im Nachhinein erhält man eine Auswertung inklusive zurückgelegter Entfernung, Höhenmeter, Durchschnitts- oder Maximalgeschwindigkeit. Auf einer Karte kann man die eigene Bewegung auf Pisten und Liften als kleiner roter Punkt mitverfolgen. Dieses so genannte "Skitagebuch" lässt sich dann via Web-Mobile Connector auch im Browser betrachten.

Auch Mobile Ticketing beherrscht der Ski amadé Guide. Wer bereits eine RFID-Keycard besitzt (etwa vom letzten Skiurlaub), kann einen Skipass über die App kaufen und seine Keycard durch Eingabe der Kartennummer reaktivieren. Ski amadé befindet sich zudem in Verhandlungen mit NFC-Unternehmen, um künftig etwa alleine mit dem NFC-fähigen Smartphone, ohne Keycard, durch die Lift-Schranken zu gelangen.

Gratis-WLAN

Um sowohl einheimische als auch ausländische Gäste in den Genuss der mobilen Dienstleistungen kommen zu lassen, ohne deren Mobilfunkbudget zu belasten, setzt Ski amadé auf eine Vielzahl an WLAN-Hotspots. Im gesamten Skigebiet gibt es 400 Access Points. Positioniert sind diese vor allem bei Talstationen, wo meistens eine gewisse Wartezeit überbrückt werden muss. Aber auch ganze Lifte, wie etwa die Gondelbahn "King's Cab" zwischen Mühlbach und Dienten, sind mit WLAN versorgt.

Für Ski amadé Geschäftsführer Eisinger bedeutet die hohe Verfügbarkeit von kostenlosem Internet ein wirksames Mittel, um Eindrücke vom Skiurlaub weltweit zu verbreiten. Ohne WLAN könnte man Fotos von der Piste beispielsweise nur verbunden mit hohen Roaming-Kosten auf Facebook posten.

Erfogreiche Statistik

Die Nutzungsstatistik bestätigt den Erfolg der Web- und Mobil-Strategie. In der heurigen Skisaison wurden im Zeitraum Oktober bis Jänner mehr als doppelt so viele App-Sessions wie im Jahr zuvor gezählt. Auch die WLAN-Anwendersitzungen steigen rasant an. An Spitzentagen werden 250.000 Sessions verzeichnet. Noch nicht allzu verbreitet ist WLAN in Skihütten. Wie Eisinger beschreibt, gibt es große Bemühungen, mehr Hotspots an den Orten zu installieren, an denen Winterurlauber tagsüber zur Ruhe kommen.

Bei einem Skiausflug auf der so genannten "Königsrunde", die von Maria Alm über Dienten nach Mühlbach und wieder zurück führt, zeigt sich, dass das Ski-amadé-Konzept praxistauglich ist. Bis auf kleinere Aussetzer funktioniert das Tracking per App. In der WLAN-Gondel wird das Smartphone von vielen Gästen gezückt, die sich damit die Fahrt verkürzen.

Konkurrenz-Vergleich

Wie Christoph Eisinger betont, war Ski amadé der erste österreichische Skiverbund, der eine eigene App veröffentlicht hat. Neben dem Ski amadé Guide gibt es eine ganze Reihe alternativer Ski-Apps. Die meisten liefern Wetter- und Schneeinformationen, Skipläne und Hotel-Beschreibungen. Andere Apps, wie etwa der ADAC SkiGuide setzen auf die Offline-Speicherung der wichtigsten Inhalte.

Die App iSki setzt auf die Integration sämtlicher österreichischer Skigebiete und bietet eine Tracking-Funktion und Spiele, bei denen man seine Leistungsdaten mit jenen von Ski-Profis und anderen Gästen vergleichen kann. Der Ski amadé Guide punktet also vor allem mit der Kombination von Web- und App-Inhalten, sowie der interaktiven Routenplanung und der Google Earth ähnlichen 3D-Karte.

Apropos Google: Mit dem Online-Riesen will sich Ski amadé nicht zu sehr anfreunden. Eine Street-View-Ansicht von Skipisten, wie es sie etwa bereits für viele Skigebiete in den USA und Kanda gibt, strebt man nicht an. Stattdessen soll die eigene 3D Reality Map dazu dienen, sich in das Skigebiet hineinzuversetzen.

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