Auch Pakete von Temu sind von der neuen Abgabe betroffen (Symbolbild).
Am 1. Juli fällt die Zollfreigrenze für Pakete – was das bedeutet
Egal ob Elektronikbauteil, Werkzeug, Schmuck oder Kleidung – bei chinesischen Online-Shops wie AliExpress oder Temu bekommt man quasi alles und das meist zu sehr niedrigen Preisen. Qualität und Sicherheit sind allerdings oft zweitrangig, viele Produkte landen schnell auf dem Müll.
Die Milliarden Pakete, die jedes Jahr von solchen Billighändlern in der EU landen, sind den Mitgliedsstaaten aus einem weiteren Grund ein Dorn im Auge. Denn für Importe unter 150 Euro Warenwert war bisher kein Zoll fällig, was ein Wettbewerbsnachteil für heimische Händler sein kann.
Ab 1. Juli 3 Euro Zoll pro Produktkategorie
Zum 1. Juli werden ab dem ersten Euro des Warenwerts Abgaben fällig. Pro Warenkategorie fallen dann jeweils 3 Euro Zoll an, was Bestellungen merklich teurer machen könnte.
Bestellt man etwa 2 Spielzeuge, ein Ladekabel und ein Paar Schuhe, betrifft das 3 verschiedene Produktkategorien. Es werden also 9 Euro Zoll fällig. Sind in einem Paket jedoch z. B. 5 T-Shirts, werden nur 3 Euro eingehoben, da sie in eine einzige Kategorie fallen.
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Wer zahlt?
Wie genau die betroffenen Händler die neue Abgabe abwickeln, ist noch nicht klar. Es ist aber davon auszugehen, dass sie die Kosten direkt an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben.
Der österreichische Handelsverband sieht die neue Regelung positiv. „Der EU-weite Pauschalzoll ist ein wichtiger Schritt, damit Europa nicht länger das Tollhaus des globalen Onlinehandels bleibt, sondern zu einem faireren Wettbewerbsraum wird“, wird Geschäftsführer Rainer Will in einer Aussendung zitiert.
EU-Zollreform 2028
Der pauschale 3-Euro-Zoll ist allerdings nur eine Übergangslösung. Ab Mitte des Jahres 2028 soll das „EU Customs Data Hub“ anfallende Zollgebühren im Einzelfall bestimmen helfen. In Lille im Norden Frankreichs soll im Rahmen der EU-Zollreform eine neue Behörde entstehen.
Zusätzlich soll eine Bearbeitungsgebühr für Kleinsendungen kommen. Hintergrund dafür ist der steigende Aufwand für die Überwachung der Millionen täglich in die EU eingeführten Pakete.
Laut Angaben des europäischen Rates erhoben EU-Zollstellen im Jahr 2024 knapp 27 Milliarden Euro an Zöllen. Von den insgesamt etwa 1,4 Milliarden bearbeiteten Warensendungen wurden 112 Millionen als Fälschung beschlagnahmt. Rund 64.000 wurden wegen eines Gesundheitsrisikos für Verbraucherinnen und Verbraucher einbehalten.
Österreichische Paketsteuer
Unabhängig von EU-Zollvorschriften will die österreichische Regierung ab Herbst eine Paketsteuer erheben. Auf Pakete von Versandhändlern, die im Vorjahr über 100 Millionen Euro Umsatz im Versandhandel erzielt haben, werden jeweils 2 Euro fällig.
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Dabei ist unerheblich, was die Produkte im Packerl wert sind. Es ist davon auszugehen, dass auch hier die Kosten direkt an die Kunden weitergegeben würden. Ob die Paketsteuer jedoch tatsächlich in der vorgeschlagenen Form umgesetzt wird, ist noch offen.
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