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Peter Glaser: Zukunftsreich Irrtum!.

Foto: AP, Wikimedia Commons, Montage futurezone
Auch - und besonders - Experten liegen mit ihren Vorhersagen manchmal grandios daneben. Ein Streifzug durch die Welt der schiefgegangenen Prognosen.

„Mit YouTube werden wir nicht weit kommen. Es gibt da einfach nicht genug Videos, die ich sehen möchte."
-- Steve Chen, Mitgründer von YouTube, im März 2005. Zu der Zeit gab es auf YouTube etwa 50 Videos. Zwei Jahre später wurde YouTube für $1,65 Milliarden Dollar von Google gekauft.

„Das Spam-Problem wird innerhalb der nächsten zwei Jahre beseitigt sein."
-- Bill Gates im Januar 2004 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

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„Was, Sir? Sie wollen ein Schiff gegen den Wind fahren lassen, indem Sie unter seinem Deck ein Feuer anzünden? Ich habe keine Zeit, mir solchen Unsinn anzuhören."
-- Napoleon Bonaparte über den Vorschlag des amerikanischen Ingenieurs Robert Fulton, die britische Flotte mit Dampfschiffen zu schlagen.

„Was kann absurder sein als die Vorstellung, dass ein Fahrzeug zweimal schneller als die Postkutsche fährt?"
-- „The Quarterly Review", 1825.

„Die Übertragung von Dokumenten durch Telefondrähte ist zwar prinzipiell möglich, aber die dazu erforderliche Apparatur wäre so teuer, dass das niemals in die Praxis umgesetzt werden wird."
-- Der britische Physiker und Futurist Dennis Gabor 1962 über das, was später einmal das Fax werden sollte.

„Während der Rechner ENIAC mit 18.000 Vakuumröhren ausgerüstet ist und 30 Tonnen wiegt, sind für die Zukunft Computer denkbar, die nur 1.000 Vakuumröhren haben und nur 1,5 Tonnen wiegen-"
-- „Popular Mechanics", März 1949.

„Die Menschen neigen dazu, zu überschätzen, was man in einem Jahr erreichen kann. Und sie neigen dazu, zu unterschätzen, was man in fünf oder zehn Jahren erreichen kann."
-- Der Internet-Pionier J.C.R. Licklider.

„Nach Auskunft verschiedener Wissenschaftler wird die Zukunft genau wie die Vergangenheit sein, bloß teurer."
-- Der Autor John Sladek.

„Noch vor dem Jahr 1980 werden bemannte Raumflüge zu Mars und Venus stattfinden."
-- Ein Experten-Panel im Jahr 1963.

„Tut mir leid, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was U-Boote im Krieg  bewirken könnten - außer, dass sie ihre Besatzungen dem Erstickungstode aussetzen."
-- Der Schriftsteller H.G. Wells, 1901.

„Das Telefon hat einfach zu viele Mängel, als dass man es für Zwecke der Kommunikation einsetzen könnte. Das Gerät ist wertlos für uns."
-- Ein internes Papier der Telegrafengesellschaft Western Union, 1876.

„Um 1993 wird man die Lebenserwartung soweit erhöht haben, dass es nicht ungewöhnlich ist, 150 Jahre alt zu werden."
-- Thomas Talmage, Zeitungsprediger, 1893.

„Ein märchenhafter Anblick erwartet uns in 30 bis 40 Jahren. Eine künstliche Sonne wird mit ihren Strahlen Moskau erhellen."
-- Die russischen Wissenschaftler Wassilijew und Guschtschew, 1959.

„Die Benzinkutsche ist ein Luxus für die Reichen, aber sie wird nie so weit verbreitet sein wie das Fahrrad."
-- The Literary Digest, 1889.

„Für die Atomspaltung gibt es keine praktische Anwendung."
-- Fortune, 1938

„Die kommenden Generationen werden von Krankheiten nichts mehr wissen und alle Berichte darüber als seltsames Märchen aus einer fernen, vergessenen Welt betrachten."
-- Everard Hustler, 1910.

„Alles Humbug!"
-- Der britische Physiker Lord Kelvin über die Röntgenstrahlen.

„Hier werden die von allen Teilen der Weltteile dem Blatte durch die tadellos funktionierende Luftelektrizitätstelegraphie zuströmenden Depeschen aufgefangen und direkt durch kleine Kabel in die verschiedenen Zimmer der Chefredakteure geleitet."
-- Albert Daiber stellte sich so 1905 eine Zeitungsredaktion im Jahr 2222 vor.

„Jedermann hat in seinem Hause, in seiner Wohnung, den eigenen „Nachrichtenrahmen". Die neuesten Tagesnachrichten werden in den Zentralen depeschenartig kurz und nur einmal gedruckt. Gleichzeitig übertragen sich die Depeschen auf allen Nachrichtenrahmen der gesamten Zeitungsleser ... Durch seine Fernseher-Verbindung liest er von dem Bücher- und Zeitungsraume oder an jedem anderen Orte aus die Tagesberichte so gemütlich und in aller Bequemlichkeit, wie er sichs nur wünschen kann."
-- August Fetz, 1908: Ein Zukunftsszenario

„Die Bombe wird niemals explodieren. Ich sage ihnen das als ein Fachmann auf dem Gebiet der Sprengstoffe."
-- US-Admiral William Leahy zu Präsident Truman über die Atombombe.

„Wir blicken so gern in die Zukunft, weil wir das Ungefähre, was sich in ihr hin und her bewegt, durch stille Wünsche so gern zu unseren Gunsten heranleiten möchten."
-- Johann Wolfgang von Goethe, „Die Wahlverwandtschaften", 1809.

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Peter Glaser, 1957 als Bleistift in Graz geboren, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden. Lebt als Schreibprogramm in Berlin und begleitet seit 30 Jahren die Entwicklung der digitalen Welt. Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs, Träger des Ingeborg Bachmann-Preises und Blogger. Für die futurezone schreibt er jeden Samstag eine Kolumne.

(Peter Glaser) Erstellt am 27.07.2013, 06:00

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