myfuzo | Blog
11.07.2014

Feueralarm! Rettet das Bier!

Der erste Probe-Feueralarm in der Muthgasse wird wie eh und je vor allem als allgemeine Rauchpause begrüßt, regt aber auch zum Nachdenken an.

Feueralarme sind stets eine willkommene Abwechslung im Büroalltag. Gezwungenermaßen muss man seine Arbeit liegenlassen und schlurft unter vorgespielt mürrischem Gesudere ("Mah, ur anstrengend...") die Stiegen hinunter, zum Get-together mit einer Masse an Angestellten, die man so nie zu sehen bekommt. So geschehen nun erstmals am neuen Unternehmensstandort in der Muthgasse.

Versuchsweise evakuiert wurde nicht nur die futurezone, nicht nur der gesamte Kurier, sondern gleich der ganze Block - also quasi der gesamte Business-Bezirk von Heiligenstadt. Der größte Unterschied zu früher: Statt auf die vergleichsweise verkehrsarme Lindengasse strömt die Masse auf die stark befahrene Muthgasse hinaus. Vielleicht gibt es auch aus diesem Grund plötzlich einige Angestellte in gelben Warnwesten als Fluchtkoordinatoren.

Tschick

Circa die Hälfte aller virtuellen Brandopfer entfacht beim Verlassen des Gebäudes eine Zigarette. Die größte Rauchpause des Jahres ist eröffnet. Man steht zusammen und tratscht. Konstruktive Denker überlegen sich, was sie bei einem echten Brandfall gemacht hätten. Vielleicht die eigenen Taschen geschnappt, möglicherweise sogar das gerade erst im Wettkampf gewonnene Bier gerettet?

Pessimisten wälzen Desaster-Szenarios, wie man sie von Massenpanik-Katastrophen kennt. Auf wieviele bereits niedergetrampelte Personen wäre man im Stiegenhaus gestoßen, hätten die Bewegungsunfähigen bereits einen Hörsturz durch das Alarmgeheul erlitten? Auch alternative Fluchtwege zieht man in Betracht: Könnten wir unsere nur spaltbreit zu öffnenden Dachschrägenfenster im Notfall einschlagen, würden wir uns an der Fassade abseilen?

Denkanstoß

Im Endeffekt hat der Feueralarm also trotz Zigarrettenqualm einen gewissen Denkanstoß gegeben. Alarm-Übungen sollte es öfters geben, meinen sogar einige, die am Sammelpunkt vor dem Ausgang der U4-Station Heiligenstadt zusammenstehen. Vielleicht mit anderen Szenarios als Feuer. Erdbeben, Tornado oder Atomunfall etwa. Vielleicht aber auch nur Herzinfarkt oder Verkehrsunfall. Das wären auch die Vorfälle, die am wahrscheinlichsten sind.