"Scheiß Internet"-Preis für AnonAustria

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Österreich
03/23/2012

AnonAustria: Bald Aktionen gegen Vorratsdaten

Der heimische Ableger des Hacker-Kollektivs Anonymous fordert zur Teilnahme an den Protestmärschen gegen die Vorratsdatenspeicherung am 31. März auf. Selbst will man gegen die VDS vorgehen, indem brisante eMails von österreichischen Politikern veröffentlicht und Details zur technischen Speicherung der Vorratsdaten bei den Internet-Providern bekannt gegeben werden sollen.

Über den offiziellen Twitter-Account hat die heimische Hacker-Gruppe AnonAustria neue Aktionen angekündigt. In einer in den Tweets verlinkten Pressemitteilung auf Pastebin wird die Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) als "massiver Eingriff" in die Privatsphäre aller Bürger angeprangert, den man so nicht hinnehmen könne.

Die Gruppe selbst will einen "gigantischen Teil" dazu beigetragen haben, die VDS einer breiten öffentlichen Diskussion zuzuführen - doch leider hätte man selbst noch die Bürgerinitiative AKVorrat (ca. 74.000 Unterschriften) die Einführung am 1. April nicht verhindern können.

Protestmärsche und Hacks
Deswegen will AnonAustria eine offensichtlich dreiteilige Aktionsreihe rund um den 1. April starten. Erstens ruft man zur Teilnahme an den am 31. März in Wien, Salzburg und Linz stattfindenden Protestmärschen auf, bei denen die Privatsphäre symbolisch zu Grabe getragen wird.

Die beiden weiteren Aktionen sind dem Spezialgebiet der Hacker zuzurechnen. In der "Operation Pitdog" will man seit mehreren Monaten "dutzende E-Mail-Accounts von Politikern" überwacht haben, und diese eMails will man am 1. April veröffentlichen. Außerdem will man an Originaldokumente gelangt sein, die belegen sollen, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) regierungskritische Journalisten überwacht.

Schließlich will AnonAustria auch die "Operation Free All Pwnies" durchgeführt haben und bald Details daraus veröffentlichen. Dabei will man die IT-Systeme der österreichischen Internet-Anbieter, insbesondere jene der Telekom, unter die Lupe genommen haben. In dem Pastebin-Schreiben wird angedeutet, dass die Art und Weise, wie die Firmen Vorratsdaten speichern, problematisch sein könnte.

Kein Hinweis auf UPC-Hack
Sowohl im offiziellen Twitter-Account als auch in dem Schreiben ist kein Bekenntnis zu dem

zu finden, der am Donnerstag Abend stattgefunden hat. Das Online-Schreiben endet inhaltlich mit dem obligatorischen Anonymous-Fünfzeiler "We are Anonymous. We are legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us!"

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