Netzpolitik
27.03.2014

China will das Internet sicherer machen

Mit nicht näher präzisierten Mitteln will China gegen die Spionage durch US-Geheimdienste vorgehen. Klagen über chinesische Cyberangriffe werden zurückgewiesen.

Nach Berichten über US-Spähaktionen gegen chinesische Telekommunikationsfirmen will die Regierung in Peking die Sicherheit im Internet verbessern. Zugleich wies ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag US-Klagen über chinesische Cyber-Angriffe zurück. "Die Wahrheit ist, dass dies keine Grundlage hat und hier ein Dieb 'Haltet den Dieb' schreit."

Der Sprecher erläuterte nicht, in welcher Weise die chinesische Regierung das Internet sicherer machen wolle, das bereits sehr stark von staatlichen Stellen überwacht wird. Zuletzt hatte unter anderem das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel über NSA-Angriffe gegen den chinesischen IT-Konzerns Huawei berichtet.

Kontrolle erschwert Firmen-Kommunikation

Die starke Kontrolle des Internets in China bereitet offenbar zunehmend ausländischen Konzernen Schwierigkeiten. So wird nach Angaben eines Experten etwa verhindert, dass die Unternehmen sichere Verbindungen nutzen. "Ein besonderes Problem ist, dass geschützte Kommunikation zwischen ausländischen Konzernzentralen und den Töchtern in China erschwert wird, wenn sichere VPN-Verbindungen unterbrochen oder blockiert werden", sagte Sebastian Heilmann, Direktor des Meracator Institute for Chinese Studies, der Nachrichtenagentur Reuters. Bei VPN-Verbindungen kommunizieren Teilnehmer über einen geschützten, meist verschlüsselten Kanal miteinander.

Vergangenes Wochenende hatten die New York Times und Der Spiegel berichtet, dass die NSA Mailverkehr in Huawei-Netzwerken abfische. Das Weiße Haus hatte betont, dass die USA Unternehmen anderer Länder nicht ausspionierten, um einen kommerziellen Vorteil für die USA oder US-Konzerne zu erhalten.