FILE PHOTO: Austrian lawyer and privacy activist Schrems checks his mobile phone in his office in Vienna

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Netzpolitik
02/13/2020

Facebook speichert alte Passwörter der Nutzer mindestens 8 Jahre

Am Wiener Landesgericht geht der Prozess des Datenschützers Max Schrems gegen Facebook ins Finale.

von Patrick Dax

Facebook speichert alte Passwörter seiner Nutzer 8 Jahre oder länger. Es analysiert hochgeladene Bilder von Nutzern, lässt sie offenbar mit Hilfe von künstlicher Intelligenz mit Beschreibungen versehen und weist Daten, die sie von Apps von Drittanbietern sammelt nur ungenügend aus.

Das sind die Erkenntnisse der jüngsten Verhandlung im seit Jahren andauernden Prozess, den der Datenschützer Max Schrems gegen das US-Online-Netzwerk führt. Am Donnerstag wurde die für Datenschutzfragen in Europa zuständige Managerin Cecilia Alvarez im Wiener Landesgericht für Zivilrechtfragen befragt.

Nicht besonders auskunftsfreudig

Auskunft über die Datensammelpraxis des Online-Netzwerkes wollte sie nur sehr spärlich geben. Immer wieder verweist sie auf Online-Tools von Facebook, die es Nutzer ermöglichen würden, von Facebook gespeicherte Daten einzusehen oder auf die Datenschutzrichtlinien des Konzerns. Geht es ins Detail, heißt es aber: „Das weiß ich nicht.“

Mit dem europäischen Datenschutzrecht dürften sich der Umgang des Konzerns mit Nutzerdaten nur bedingt vertragen. Denn Informationen über Verarbeitung und Speicherung ihrer Daten werden Nutzern nur sehr allgemein erteilt und oft auch in nichtssagenden Phrasen in den Datenschutzrichtlinien versteckt.

Ende des Prozesses in Sicht

Facebook weise immer wieder darauf hin, dass die Nutzer der Verarbeitung ihrer Daten ausdrücklich zugestimmt hätten, sagt Schrems in einer Prozesspause zur futurezone. Der Konzern könne aber vieles, was er mit den Daten seiner Nutzer mache, offenbar selbst nicht erklären.

Der von Schrems gegen Facebook angestrengte Prozess wegen Datenschutzverletzungen zieht sich bereits seit fast 6 Jahren. Viel Zeit verging allein mit der Frage, ob Schrems Facebook überhaupt in Österreich klagen dürfe. Nun geht das Verfahren ins Finale. Nach dem Abschluss der Anhörung der Facebook-Vertreterin naht das Ende. Ein Urteil dürfte in den nächsten Wochen schriftlich ergehen.