Netzpolitik
12.04.2016

New York will "Textalyzer" bei Unfällen einsetzen

Künftig soll in New York direkt nach Unfällen mit einem "Textalyzer" getestet werden, ob die verwickelten Fahrer durch Mobilgeräte abgelenkt waren.

Im US-Bundesstaat New York wurde ein Gesetzesvorschlag verfasst, der die Einführung von so genannten "Textalyzern" vorsieht. Nach Unfällen sollen sich Fahrer nicht nur einem Alkoholtest mittels "Breathalyzer" stellen, sondern auch ihre Mobilgeräte für einen Test zur Verfügung stellen. Dabei soll noch vor Ort ermittelt werden, ob ein Beteiligter während eines Unfalls möglicherweise von seinem Mobilgerät abgelenkt wurde.

Überprüfung vor Ort

Wie Ars Technica berichtet, soll es sich beim Textalyzer um ein Gerät handeln, dass die Polizei bei Unfalleinsätzen mit sich führen kann. Handys, Smartphones und Tablets können damit verbunden werden. Der Textalyzer überprüft, wann das jeweilige Gerät zuletzt benutzt wurde. Auf dem Mobilgerät gespeicherte Daten sollen keinesfalls angerührt werden.

Der Textalyzer soll lediglich analysieren, ob die Gerätenutzung ein Auslöser für den Unfall gewesen sein könnte. Für eine Anzeige soll dies allerdings nicht ausreichen. Dazu wäre eine weitergehende Untersuchung mit richterlicher Anordnung notwendig.

"Evan's Law"

Der Gesetzesvorschlag in New York wurde auf Drängen der Interessensgruppe "Distracted Operators Risk Casualties" (DORC) entworfen. DORC-Mitbegründer Ben Lieberman verlor seinen 19-jährigen Sohn Evan bei einem Unfall, der von einem abgelenkten Fahrer verursacht worden war. Der Gesetzesvorschlag wird deshalb bereits "Evan's Law" genannt.

Technik aus Israel

Der Textalyzer soll vom israelischen IT-Sicherheitsunternehmen Cellebrite geliefert werden. Cellebrite wurde unlängst als Helfer des FBI beim Freischalten des iPhones eines Attentäters vermutet. Das Unternehmen ist auf Datenforensik spezialisiert. Wie genau jede Art von Mobilgerät, samt einer Unzahl an Herstellern und verschiedenster Betriebssystem-Versionen, durch den Textalyzer untersucht werden kann, ist unklar.

Wichtiges Signal

Wie Gizmodo berichtet, ist es höchst zweifelhaft, dass ein Gerät entwickelt werden kann, dass die umfangreichen Anforderungen erfüllen kann. Das Signal, dass die Ablenkung durch Mobilgerätenutzung als mindestens so gefährlich wie Alkohol am Steuer erachtet wird, wird jedoch allgemein als positiv erachtet.