Es gab bereits Gerüchte, wonach Apple eine Kamera in die AirPods einbauen möchte.
Warum Apple die AirPods mit Kameras ausstatten will
Die Gerüchte, dass die AirPods-Kopfhörer künftig eine Kamera erhalten sollen, geistern schon seit mehreren Monaten herum. Nun berichtet der in der Regel gut informierte Bloomberg-Journalist Mark Gurman, dass dieses ungewöhnliche Gerät einen neuen Meilenstein auf dem Weg zur Markteinführung erreicht hat.
Demnach befinden sich die Kamera-AirPods bereits in der DVT-Phase, die für "Design Validation Testing" steht. Dabei werden unter anderem die ersten Modelle für die Massenproduktion vorbereitet. Sie sollen übrigens als AirPods Ultra im Herbst in den Handel kommen.
Kopfhörer mit Kamera klingt irgendwie eigenartig. Daher soll hier der Frage nachgegangen werden, warum Apple überhaupt seine AirPods mit einer Kamera ausstatten möchte.
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Die AirPods Pro 3 haben einen Herzfrequenzsensor integriert.
© Apple
Kamera nicht für Fotos
Eines steht fest: Die Kameras in den AirPods sind nicht für gewöhnliche Fotos oder Videos gedacht, die anschließend auf Social-Media landen. Die Kameras sollen die Augen der kommenden KI-Siri darstellen. Daher werden die Kopfhörer mit vergleichsweise niedrigauflösenden Infrarotkameras ausgestattet.
Die Kameras sollen die Umgebung der Nutzer erfassen und eine völlig neue Form der "visuellen Intelligenz" ermöglichen. Die KI-Siri soll dadurch den Kontext der jeweiligen Situation interpretieren können und mit entsprechenden Funktionen zur Seite stehen.
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Kamera-AirPods im Alltag
Ein paar Beispiele: Man hat etwa einige Zutaten vor sich auf der Küchenarbeitsplatte liegen und fragt Siri, was man daraus zubereiten könnte. Oder man spaziert im Supermarkt am Eier-Regal vorbei, Siri erkennt das und weist darauf hin, dass man Eier auf der Einkaufsliste stehen hat.
Ein ebenso denkbares Szenario wäre die Navigation. Man steht etwa am Bahnhof, ein Zug fährt ein und man fragt Siri, ob das der richtige Zug ist, mit dem man ans Ziel kommt. Außerdem könnte man die Sprachassistentin eventuell auch fragen, wo man seinen Schlüssel verlegt hat.
Die Kameras in den AirPods Ultra sollen laut dem Bloomberg-Bericht auch dazu in der Lage sein, Handgesten für eine etwaige Gestensteuerung zu erkennen. Dabei könnten Apple die Erfahrungen aus der Vision Pro zugutekommen, die sich ja auch weitgehend mit Hand- und Fingergesten steuern lässt.
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© Apple
Ein futuristisches Konzept
Etwas weiter in die Zukunft spekuliert, könnte hier auch eine völlig neue Technologie von Interesse sein. Anfang des Jahres hat Apple nämlich das Start-up Q.ai für rund 2 Milliarden Dollar übernommen, das an einem futuristischen Konzept arbeitet.
Die Rede ist von einer Technologie, die vielfach als "silent speech" - also als stumme Sprache - bezeichnet wird. Q.ai will mithilfe von optischen Sensoren feinste Muskel- und Hautbewegungen im Gesicht erfassen und diese in Sprachbefehle umwandeln.
Auf diese Weise könnte sich etwa Siri nur durch "gedankliches Sprechen" steuern lassen. Ein mögliches Szenario: Man spricht quasi in sich hinein, ohne einen Laut von sich zu geben. Manche Patente von Q.ai deuten darauf hin, dass die Technologie in Kopfhörern integriert werden könnte.
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Das ideale KI-Gerät
AirPods mit Kameras für KI-Funktionen auszustatten, wird vielfach als kluger Schachzug bewertet. Die AirPods sind weit verbreitet und samt Kamera ein ideales KI-Gerät. Während die Facebook-Mutter Meta eine ähnliche Strategie mittels smarter Brille verfolgt, sind die AirPods außerdem deutlich weniger invasiv.
Gleichzeitig haben die bildschirmlosen AI-Glasses von Meta gegenüber den AirPods Ultra funktional nicht mehr zu bieten. Beide haben Kameras, Kopfhörer, Akku und KI-Assistenten integriert.
Datenschutz, Akku und Preis
Die Frage nach dem Datenschutz und der Wahrung der Privatsphäre stellt sich aber bei beiden Geräten. Apple möchte angeblich eine kleine LED in den AirPods verbauen, die darauf hinweist, dass die Kamera gerade aktiv ist.
Eine weitere Frage richtet sich nach der Akkulaufzeit. In den Kopfhörern ist bekanntlich nicht allzu viel Platz für eine große Batterie, die durch die Kamera zusätzlich beansprucht wird. Als Prozessor soll jedenfalls der H3-Chip zur Anwendung kommen, der bestimmt auch auf Energieeffizienz getrimmt ist.
Präsentiert werden sollen die AirPods Ultra im Herbst. Dann sollen sie sich die Bühne mit dem iPhone 18 Pro und dem faltbaren iPhone Fold beziehungsweise iPhone Ultra teilen. Der Preis der neuen AirPods soll bei ungefähr 300 Dollar liegen.
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