Warum Apple ein Start-up für 2 Milliarden Dollar kauft
Warum Apple ein Start-up für 2 Milliarden Dollar kauft
"Ich kann euch noch nichts über unser Produkt verraten – aber ich wette, es wird euch sprachlos machen", schrieb Yonatan Wexler 2022 in einem Posting kurz nachdem er Q.ai mitbegründet hatte. Nun hat sich Apple das Start-up für rund 2 Milliarden Dollar einverleibt, wie die Financial Times schreibt.
Der Milliarden-Deal stellt damit die zweitgrößte Übernahme von Apple dar - hinter Beats (3 Mrd. Dollar, 2014) und noch vor der Smartphone-Modem-Sparte von Intel (1 Mrd. Dollar, 2019). Um zu verstehen was Q.ai zu einem derart wertvollen Objekt der Begierde macht, muss man zum Posting von Wexler zurückkehren.
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Die Übernahme von Q.ai für rund 2 Milliarden Dollar ist für die Apple die zweitgrößte Übernahme der Firmengeschichte.
© Q.ai / Apple
Muskelbewegungen werden zu Sprachbefehlen
Die Bezeichnung "sprachlos machen" war in diesem Fall nämlich zweideutig gemeint. Natürlich wollte er damit zum Ausdruck bringen, dass es sich um ein bahnbrechendes Produkt handelt. Gleichzeitig deutete er aber auch die Technologie an, die Q.ai entwickelt.
Die Rede ist von einer Technologie, die vielfach als "silent speech" - also als stumme Sprache - bezeichnet wird. Q.ai will mithilfe von optischen Sensoren feinste Muskel- und Hautbewegungen im Gesicht erfassen und diese in Sprachbefehle umwandeln.
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Sprachbefehle mit innerer Stimme
Auf diese Weise könnte sich etwa Siri nur durch "gedankliches Sprechen" steuern lassen. Ein mögliches Szenario: Man spricht quasi in sich hinein, ohne einen Laut von sich zu geben. Die Q.ai-Technologie erkennt den Sprachbefehl und leitet ihn an Siri weiter.
Manche Patente von Q.ai deuten darauf hin, dass die Technologie in Kopfhörer integriert werden könnte, schreibt Geektime. Dort könnten die Sensoren beispielsweise das Kinn und die Wangen im Blick haben. Das deckt sich auch mit früheren Gerüchten, wonach die AirPods-Kopfhörer künftig mit Kameras ausgestattet werden sollen.
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Es gab bereits Gerüchte, wonach Apple eine Kamera in die AirPods einbauen möchte.
© Apple
Mit der Milliardenübernahme dieser vielversprechenden Technologie will sich Apple offenbar für einen kommenden und erbitterten Konkurrenzkampf wappnen: Dabei versuchen mehrere Hersteller ein revolutionäres KI-Gerät auf den Markt zu bringen, das möglicherweise in manchen Bereichen das Smartphone ersetzen könnte.
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Q.ai sind alte Bekannte
Das Gründungsteam von Q.ai ist Apple übrigens bestens bekannt. Der CEO Aviad Maizels hat 2005 PrimeSense gegründet, dessen Bewegungserkennungstechnologie in der Microsoft Kinect der Xbox 360 genutzt wurde. 2013 wurde PrimeSense von Apple für 360 Millionen Dollar übernommen. Die 3D-Infrarottechnologie von PrimeSense legte den Grundstein für die Face ID, die heute auf jedem iPhone zu finden ist.
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