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06.01.2017

Autonome Autos: Nissan nimmt Mars Rover als Vorbild

Der japanische Autobauer Nissan will selbstfahrende Autos schneller auf die Straße bringen und nimmt dabei Anleihen bei Technologien, die von der NASA entwickelt wurden.

Es gehe darum, den selbstfahrenden Autos die Anpassung an unerwartete Situationen und das Zusammenspiel mit menschlichen Fahrern zu erleichtern, sagte Nissan-Chef Carlos Ghosn am Donnerstag auf der Technik-Messe CES in Las Vegas.

Im Alltag komme es vor, dass der Weg blockiert sei - und ein Fahrer dann über eine durchgezogene Linie auf die andere Fahrseite ausweiche, erläuterte der Chef des Nissan-Forschungszentrums im Silicon Valley, Maarten Sierhuis. Oder man müsse auf Aufforderung eines Polizisten auf Rot durchfahren. Beides sei für einen Roboterwagen ein grundsätzliches Tabu, betonte Sierhuis.

Menschlicher Betreuer

Nissan dachte sich für solche Fälle folgende Lösung aus: Wenn das selbstfahrende Auto nicht mehr weiterweiß, kontaktiert es einen menschlichen Betreuer in einem Kontrollzentrum, der Anhand der Daten von Sensoren und Kameras des Fahrzeugs die Situation einschätzt. Dann übermittelt er einen neuen Fahrweg per Funk an das Auto. An dem System arbeiten will Nissan auch im Rahmen geplanter Tests von Robotertaxis im Großraum Tokio gemeinsam mit dem japanischen Internet-Konzern Dena.

Vorbild Mars Rover

Nissan nennt sein System Seamless Autonomous Mobility (SAM). Es ist eine Adaption einer Technologie, die von der NASA entwickelt wurde und sich Visual Environment for Remote Virtual Exploration (VERVE) nennt. Sie kommt etwa bei der Beaufsichtigung interplanetarer Roboter, wie dem Mars Rover, zum Einsatz. Nissan hofft damit autonome Fahrzeuge schneller im regulären Straßenverkehr zum Einsatz bringen zu können.