Tesla mit Yoke-Lenkrad
China verbietet Yoke-Lenkräder
Kürzlich hat China angekündigt, versenkbare Türgriffe zu verbieten. Diese sind vor allem bei Elektroautos beliebt – unter anderem auch, weil Tesla stark darauf setzt und andere Hersteller es nachgemacht haben.
Jetzt soll einem anderen Trend ein Riegel vorgeschoben werden, der zu einem guten Teil Tesla zuzuschreiben ist: das Yoke-Lenkrad. Seit Tesla es 2021 eingeführt hat, tauchte es auch vermehrt in chinesischen E-Autos auf, u.a. bei IM Motors und Ji Yue. Damit dürfte es jetzt aber bald vorbei sein.
Yoke-Lenkrad bei einem IM Motors L7
© IM Motors
In China wird nämlich ab dem 1. Jänner 2027 ein neuer Sicherheitsstandard gelten, berichtet carnewschina. Dieser Standard schreibt Aufschlagtests an 10 Punkten des Lenkrads vor, darunter am Mittelpunkt der schwächsten Stelle und an Mittelpunkt der kürzesten Stelle ohne Stützstruktur. Da Halb-Lenkräder auf die obere Sektion verzichten, existieren diese Punkte nicht und können deshalb nicht getestet werden. Yoke-Lenkräder können also nicht dem neuen Sicherheitsstandard entsprechen, was einem Verbot gleichkommt.
Höhere Verletzungsgefahr bei Unfällen
Unfallstatistiken zufolge, sind 46 Prozent der Verletzungen des Fahrers auf das Lenkrad zurückzuführen. Das ist nicht zwingend etwas schlechtes: Ein normales Lenkrad dient nämlich wie eine Art Puffer. Es ist näher beim Fahrer und verhindert dadurch, dass er mit größerer Wucht gegen das Armaturenbrett schlägt. Weil ein Yoke-Lenkrad die obere Sektion nicht hat, fehlt laut Experten ein Teil der Pufferwirkung, denn das Yoke-Lenkrad lässt den Körper passieren.
Yoke-Lenkrad bei einem Ji Yue 01
© Ji Yue
Im Idealfall verhindert ein Airbag das Schlimmste, doch auch hier gibt es Kritik an den Halb-Lernkrädern. Durch die veränderten Stützstrukturen und ungewöhnlichen Winkel, könnten herumgeschleuderte Plastik- oder Metallfragmente Richtung des Fahrers und Beifahrers abgelenkt werden, wenn sich der Airbag öffnet. Der neue chinesische Standard schreibt ausdrücklich vor, dass das nicht passieren darf.
Yoke-Lenkräder haben Kritiker und Fans
Unabhängig von den Sicherheitsbedenken gibt es weitere Kritik in den Yoke-Lenkrädern. Als Tesla sie eingeführt hatte, berichteten viele Nutzer von Problemen damit, speziell wenn große Lenkbewegungen nötig sind, etwa beim Umdrehen oder beim parallelen Einparken. Die Fahrer hätten demnach oft „durch das Lenkrad“ gegriffen, weil der obere Bügel fehlt.
Andere Tesla-Fahrer waren hingegen sehr zufrieden mit. Sie sahen kein Problem im Yoke-Lenkrad und sagten, dass sich die Kritiker lediglich daran gewöhnen müssen. Außerdem lobten sie, dass durch den fehlenden Oberteil die Sicht auf das Armaturenbrett, bzw. das Display dort, nicht eingeschränkt ist. Schließlich würde das Fahren mit dem Yoke mehr Spaß machen als mit einem gewöhnlichen Lenkrad.
Tesla selbst scheint nicht mehr überzeugt vom Yoke-Lenkrad zu sein. 2021 hieß es noch, dass das Model S und X nur noch mit Yoke geliefert werden. Als Tesla später ein rundes Lenkrad zum Nachrüsten anbot, war das schnell ausverkauft. 2023 war wieder ein rundes Lenkrad der Standard und Yoke nur als Aufpreis erhältlich. Seit Mitte 2025 gibt es das Yoke-Lenkrad nur noch in der teuersten Plaid-Variante des Model S und X – gegen einen Aufpreis von 1.000 US-Dollar.
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