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06.08.2014

Drei stellt SixBack-Tarif für Bestandskunden ein

"Schwarze Schafe" sollen den SixBack-Tarif, bei dem Kunden bei Anrufen aus fremden Netzen 6 Cent pro Minute bekommen, ausgenutzt haben. Der Tarif wird im Oktober eingestellt.

Drei stellt seinen Tarif SixBack, bei dem Kunden Geld für Anrufe aus fremden Netzen bekommen, ein. Das betrifft jedoch nicht nur Neu-Kunden, die den Tarif künftig nicht mehr buchen können, auch Alt-Kunden werden zum 1. Oktober 2014 umgestellt. Diese werden dann vor die Wahl gestellt: Wenn sie das Recht auf außerordentliche Kündigung nicht wahrnehmen, werden sie automatisch auf den NewSix-Tarif umgestellt, der ähnliche Konditionen wie der SixBack-Tarif bietet.

Lediglich das Cashback-Angebot, bei dem Kunden für Anrufe aus fremden Netzen 6 Cent pro Minute Guthaben bekommen haben, ist nicht mehr Teil des Tarifs. 3LikeHome bleibt erhalten, jedoch kommt die Servicepauschale von 20 Euro jährlich dazu. Es sei auch ein kostenloser Wechsel auf die HalloSIM-Tarife möglich.

Missbräuchliche Verwendung

Gegenüber derStandard.at führte Drei die Einstellung auf einige "schwarze Schafe" zurück, die das System des ungewöhnlichen Tarifs missbräuchlich verwendeten. So hätten einige wenige Kunden die Flatrates von Mitbewerbern ausgenutzt, um so Guthaben von mehreren hundert oder tausend Euro anzusammeln. So könnte man beispielsweise mit einem Prepaid-Tarif, der 10 Euro im Monat kostet und 1000 Freiminuten inkludiert, 60 Euro an Guthaben bei Drei erarbeiten.

Das Guthaben kann jedoch nur für Drei-Dienste verwendet werden, eine Barauszahlung war nie möglich. Die bestehenden Guthaben können noch bis 31. März 2016 aufgebraucht werden, viele Nutzer zeigten sich darüber erbost. Drei warb 2007 in einer Presseaussendung zum Tarif damit, dass das Guthaben "ein 3Leben lang" gelten würde. Laut Drei ist das so jedoch nicht in den Vertragsbedingungen festgehalten.

Verlustgeschäft für Drei

Der Tarif mache für Drei keinen Sinn mehr, unter anderem dürften die deutlich geringeren Terminierungsentgelte die Umsätze mit SixBack deutlich reduziert haben. So bekam Drei zum Start von SixBack 2007 noch 11,86 Cent pro Minute, wenn ein fremder Mobilfunker einen Anruf in das Drei-Netz tätigte. Seit 1. November 2013 sind es nur mehr 0,8049 Cent und somit ein Verlustgeschäft für Drei. SixBack werde derzeit nur mehr von einer niedrigen vierstelligen Zahl von Drei-Kunden genutzt.