OnePlus vor dem Aus: Das Ende des "Flaggschiff-Killers"?
Was war das für ein Hype als OnePlus im Jahr 2014 in Erscheinung trat, um die Smartphone-Welt aufzurütteln. Mit einem exklusiven Einladungssystem, dem Fokus auf Community, Cyanogen-Android als Betriebssystem und einer Flaggschiff-Ausstattung zu einem niedrigen Preis stieg OnePlus rasend schnell zu einem Fixstern am Tech-Himmel.
Nach der Hype-Phase stellte sich der nüchterne Alltag ein und es folgte der erbitterte Konkurrenzkampf. "Never Settle" - gib dich niemals zufrieden - ist bis heute das Motto der Marke. Nun sieht es aber so aus, als müsste sich der einstige "Flaggschiff-Killer" selbst mit seinem Ende abfinden.
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Das OnePlus One war im Jahr 2014 ein besonders gefragtes Smartphone.
© Gregor Gruber
Der Markt frisst seine Pioniere
Die vergangenen 12 Jahre im Smartphone-Business waren ein wilder Ritt. Man hat viele Marken kommen und gehen gesehen - Sony, LG, Nokia, HTC und BlackBerry, um nur einige zu nennen. Die großen Player haben sich breit gemacht und an den Rändern wenig Platz für andere Anbieter gelassen.
Das jüngste Opfer dieser Marktbereinigung soll nun OnePlus sein, wie Android Headlines in einem Bericht darlegt. Grund dafür soll unter anderem ein massiver Einbruch der Verkäufe sein. Allein im Jahr 2024 sollen die Verkäufe von OnePlus um 20 Prozent eingebrochen sein. Mehrere angekündigte Geräte wurden gestrichen.
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Kahlschlag hinter den Kulissen
In den USA und Europa wurde die Markenpräsenz längst auf ein Minimum reduziert. Im vergangenen Jahr wollte sich OnePlus auf die Kernmärkte in China und Indien konzentrieren. Aber auch dort waren die Verkaufszahlen zuletzt im freien Fall.
R&D-Standorte, Marketing-Abteilungen und Retail-Präsenzen sind in den vergangenen Monaten drastisch zusammengekürzt worden, sodass sie gerade noch am Leben gehalten werden, schreibt Android Headlines. All das sei die Wiederholung eines bekannten Drehbuchs und deute ganz stark auf ein baldiges Ende der Marke OnePlus hin.
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Die Nord-Reihe verlieh dem OnePlus um das Jahr 2020 einen neuen Push.
© Florian Christof
Wie es weitergehen könnte
Um einen ungefähren Blick in die Zukunft von OnePlus zu wagen, lohnt es sich, die Firmenstruktur sowie die Unternehmensgeschichte genauer anzuschauen. Gegründet wurde OnePlus von den früheren Oppo-Managern Pete Lau und Carl Pei. Pei hat nach seinem Ausstieg bei OnePlus mit den Nothing-Smartphones den nächsten Hype kreiert hat.
Oppo war ein zentraler Investor bei der Firmengründung im Jahr 2013. Bis 2023 firmierte OnePlus als Teil des Dachkonzerns BBK Electronics, zu dem auch Oppo, Vivo, Realme gehörten. Vor 3 Jahren wurde dieses Konstrukt aufgelöst: Vivo und Oppo wurden eigenständig, Realme und OnePlus wurden zu Submarken von Oppo.
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Das naheliegende Szenario
Ein naheliegendes Szenario ist, dass OnePlus - vielleicht auch Realme - in Oppo aufgeht. Oppo hat erst kürzlich seine Ambitionen in Europa verstärkt und ist beispielsweise seit vergangenem Oktober wieder offiziell in Österreich vertreten, während OnePlus aus den Sortimenten der heimischen Mobilfunker verschwunden ist.
Ebenso naheliegend ist es, dass Oppo die Kräfte bündelt und sich keine wenig erfolgreichen Sub-Marken mehr leistet. Um gegen die Konkurrenz bestehen zu können, würden OnePlus und Realme eigene Marketingstrategien, eine eigene Image-Pflege, eigene Software-Abteilungen und vieles mehr benötigen.
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OnePlus dementiert das Aus
OnePlus hat den Bericht von Android Headlines als "falsch" zurückgewiesen, bezieht sich aber nur auf Indien. "Die Geschäftstätigkeit von OnePlus India läuft wie gewohnt weiter", heißt es von Robin Liu, CEO von OnePlus India, in einem Posting auf X. Spätestens in ein paar Monaten wird sich zeigen, wie es mit OnePlus tatsächlich weitergeht.
Übrigens: All jene, die ein OnePlus-Smartphone haben, müssen sich mit ziemlicher Sicherheit keine Sorgen über Software-Updates und Garantie machen. Sollte OnePlus als Marke tatsächlich verschwinden, ist davon auszugehen, dass sich die Oppo-Mutter darum kümmern wird.
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