Wie schlägt sich ein günstiger iOS-Tracker gegen den originalen AirTag?

Wie schlägt sich ein günstiger iOS-Tracker gegen den originalen AirTag?

© Marcel Strobl
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Apple AirTag vs. günstige Alternative: Lohnt sich das teure Original?

Das Original gegen den Mili LiTag Duo - wer hat die Nase vorn?

Nie wieder den Schlüsselbund verlieren, keine vermissten Gepäckstücke mehr und sogar Kinderschuhe haben manchmal ein eigenes Fach dafür: Gemeint ist der AirTag, ein etwa münzgroßes, flaches Gerät, mit dem man seine verlorenen Wertsachen ohne Probleme wiederfinden soll.

Apple brachte den AirTag bereits 2021 auf den Markt. Jeder Tracker wird dabei von iPhones in der Nähe lokalisiert und der Standort an den Besitzer weitergeleitet. Das geschieht natürlich anonymisiert, andere iPhones haben keinen Zugriff auf AirTags, die ihnen nicht zugeordnet sind.

Günstige Alternativen

Das Problem: Wie für alle Geräte aus dem Apple-Universum zahlt man auch für den AirTag einen gewissen Apple-Aufschlag. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 40 Euro pro Stück, online muss man immerhin noch 30 Euro zahlen (etwa auf Amazon). Kauft man einen Viererpack, gibt es immerhin einen kleinen Preisnachlass.

Smarte Ortungstags von Drittherstellern sind da deutlich günstiger und gibt es oft schon für weniger als 10 Euro das Stück. Im Grunde funktionieren diese gleich: Auch sie nutzen das Netzwerk an iPhones auf der Welt, um ihren Standort zu übertragen. Doch reichen solche günstigen Tracker aus oder sollte man lieber zum teureren Original greifen? Die futurezone hat es mit einem originalen AirTag und einem Tag des chinesischen Herstellers Mili ausprobiert.

Zum Mili-Tag

Beim Test wurde der Mili LiTag Duo verwendet, der sowohl mit dem Apple- als auch mit dem Android-Netzwerk verbunden werden kann (allerdings nicht gleichzeitig). Dadurch kann er etwa mit einem Familienmitglied geteilt werden, das in einem anderen Ökosystem zu Hause ist, wenn man ihn selbst nicht braucht. Der Tag kostet auf Amazon momentan 42 Euro (Viererpackung)

Mili bietet auch reine Android- und iOS-Tags an (etwa um 30 Euro für 4 Stück). Hier ist allerdings die Klingelfunktion etwas leiser als beim neueren LiTag Duo.

Keine Probleme bei der Einrichtung

Die Einrichtung läuft bei beiden Geräten gleich ab. Zunächst öffnet man die App “Wo ist?” auf dem iPhone. Befindet sich der Tracker in der Nähe des iPhones und wird zum ersten Mal aktiviert, erscheint er dort nach wenigen Sekunden völlig automatisch. Dann kann man ihm einen Namen geben und einer Kategorie wie Gepäckstück oder Schlüssel zuordnen. Sowohl der günstige als auch der teure Tracker werden hier ohne Probleme erkannt und auch der Standort sofort richtig angezeigt. 

Beide Tracker sind am selben Ort.

Beide Tracker sind am selben Ort.

Bei einem gestellten Versuch werden beide Tracker auch unterwegs zuverlässig gefunden. Die Person, die mit den Trackern unterwegs ist, trägt dabei kein iPhone bei sich - damit die Tags nicht direkt vom Smartphone des Trägers erkannt werden. Interessant ist, dass die Standorte beider Tags nicht immer gleichzeitig vom Netzwerk erkannt werden. Manchmal wird der AirTag ein, 2 Minuten früher erkannt, manchmal der Mili-Tag. 

➤ Mehr lesen: Apple AirTag gegen Google-Tracker: Der Sieger ist eindeutig

Insgesamt scheint aber der originale AirTag die Nase vorn zu haben, was die Übermittlung des aktuellen Standortes angeht. Da man in der Regel keine Live-Verfolgung mit den AirTags anstellt, ist das allerdings vernachlässigbar. Werden die Tracker gleichzeitig erkannt, unterscheiden sie sich nicht in ihrem Standort. Auf der Karte sind die Symbole der einzelnen Geräte dann meist übereinander.

Hier hat der AirTag eine aktuellere Position.

Hier hat der AirTag eine aktuellere Position.

Keine Sicherheitsbenachrichtigung beim China-Tag

Ist der originale AirTag allerdings längere Zeit nicht mit seinem zugeordneten iPhone verbunden, fängt er zu klingeln an, sobald er bewegt wird. Auf iOS- und Android-Handys erscheint auch eine Benachrichtigung, wenn uns ein Tracker für längere Zeit verfolgt. Am Bildschirm erscheint dann auch eine grobe Kartenübersicht, seit wann der Tracker bereits mit uns unterwegs ist. Dadurch soll verhindert werden, dass die Tracker dafür genutzt werden, den Aufenthaltsort anderer Personen nachverfolgen zu können. Beim Modell aus China sind diese Sicherheitsfunktionen in der Zeit der Nutzung nicht aufgetreten

Die Benachrichtigung erschien nur beim AirTag.

Die Benachrichtigung erschien nur beim AirTag.

Präzisionsortung nur beim Original

Und bei einer weiteren Funktion hat das Original ganz klar die Nase vorn: dem UWB (Ultrabreitband). Dadurch lassen sich die Tracker auf wenige Zentimeter genau orten - vorausgesetzt, das Smartphone verfügt ebenso über die Technologie. Das sind im Grunde alle iPhones seit dem iPhone 11, mit Ausnahme des iPhone SE (2. und 3. Generation) und dem iPhone 16e. Das UWB kann man allerdings nur nutzen, wenn man sich in einer gewissen Nähe des Trackers befindet (rund 10 Meter). Dann zeigt sogar ein Pfeil die Richtung an, in der sich der AirTag befindet. 

Präzisionsortung beim AirTag

Bei günstigen Trackern aus China muss man auf UWB verzichten. Stattdessen kann man den Smart Tag piepsen lassen, wenn man nah genug dran ist. Das kann der AirTag übrigens auch. 

Eine weitere Funktion, die nur das Original kann, ist die Benachrichtigung bei niedrigem Akkustand. Um den Akkustand bei AirTag-Alternativen zu sehen, muss man direkt in der “Wo ist”-App nachsehen.

Fazit

Wer nicht den zentimetergenauen Standort (Stichwort UWB) seiner Wertsachen benötigt, kommt mit den günstigen AirTag-Alternativen gut über die Runden. Wer noch nie einen originalen AirTag verwendet hat, kann damit preisgünstig in die Tracking-Welt eintauchen. 

Die Präzisionsortung von Apples AirTags ist allerdings besonders dann von Vorteil, wenn man etwa seinen Schlüssel im Gerümpel der eigenen Wohnung nicht mehr wiederfindet. Hier bietet Apple dank UWB zentimetergenaues Tracking. Das ist vorteilhaft, weil das akustische Signal der Billig-Tracker oft zu wünschen übrig lässt und man sie daher nur schwer lokalisieren kann. 

➤ Mehr lesen: Apples AirTag 2 soll Mitte 2025 mit 3 Verbesserungen kommen

Wer sofort einen AirTag kaufen will, sollte sich allerdings noch etwas gedulden. Gerüchten zufolge soll der AirTag 2 nämlich im Herbst 2025 erscheinen. Ein neuer Chip im Gerät soll für bessere Reichweite und Energieeffizienz sorgen.

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Marcel Strobl

marcel_stro

Ich interessiere mich vor allem für Klima- und Wissenschaftsthemen. Aber auch das ein oder andere Gadget kann mich entzücken.

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