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22.08.2012

Ubisoft: 95 Prozent der Spieler zahlen nicht

Der CEO des französischen Spieleherstellers hat eine interessante Statistik auf der diesjährigen GamesCom präsentiert. Demnach zahlen ebenso viele PC-Nutzer für Spiele wie Free 2 Play-Spieler. Diese liefern allerdings deutlich länger Umsätze und sind günstiger zu produzieren.

Bei einer Diskussion auf der diesjährigen GamesCom in Leipzig enthüllte Ubisoft-CEO Yves Guillemot eine interessante Korrelation zwischen Raubkopien und Free 2 Play-Titeln. Guillemot zufolge seien 95 Prozent der Spiele Raubkopien, was bedeuten würde, das lediglich fünf Prozent der Spieler tatsächlich Geld für ein PC-Spiel ausgeben würden. Dieser Wert ist nahezu ident zu den knapp fünf bis sieben Prozent der Free 2 Play-Nutzer, die für den Dienst bezahlen. "Wir wollen gerne für den PC-Markt Spiele entwickeln und mit Free 2 Play bekommen wir nun Umsätze aus Ländern, in denen wir davor nichts verdient haben.", sagte Guillemot gegenüber dem Branchenmagazin GamesIndustry International.

Umstrittener Kopierschutz
Der französische Spielepublisher Ubisoft wurde bereits davor für seine rigorosen Kopierschutzmaßnahmen bekannt. Der 2010 gestartete Dienst UPlay ging sogar so weit und forderte eine konstante Internetverbindung während des Spielens vom Nutzer. Damit zog sich Ubisoft vor allem den Unmut der Spieler-Community auf sich. Schlussendlich lockerte Ubisoft den Kopierschutz, da bereits ein kurzer Verlust der Verbindung das Spiel kommentarlos beendete. Im Juli wurde außerdem eine

in UPlay bekannt, über die fremder Code auf dem PC ausgeführt werden kann.

Erfolgreiches Modell Free 2 Play
Mit dem Geschäftsmodell Free 2 Play scheint Ubisoft nun einen eleganten Weg gefunden zu haben, diese Maßnahmen zu umgehen. Da Free 2 Play-Titel meist deutlich günstiger zu produzieren sind als Vollpreistitel. Mit Silent Hunter, Ghost Recon, Die Siedler und Anno bietet Ubisoft nahezu alle bekannten Spieleserien aus dem eigenen Haus auch als Free 2 Play-Variante an. Auch Konkurrent EA hat bereits im Vorjahr von seinen Erfolgen mit dem Geschäftsmodell Free 2 Play berichtet. Demnach hätte ein Feldversuch mit FIFA Online in Südkorea deutlich mehr Geld als der Einzelverkauf eingebracht.

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