Homeopathy - A homeopathy concept with homeopathic medicine

© Getty Images/iStockphoto / YakubovAlim/iStockphoto

Science
01/28/2020

Homöopathen machen sich mit "Auszeichnung" über Skeptiker lustig

Die Homöopathiegesellschaften werfen den Skeptikern "aggressiv betriebene Lobbyingarbeit" vor. Die Skeptiker loben im Gegenzug die "Homöopathie-Challenge" aus.

Seit Jahren kritisieren die in der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) organisierten Skeptiker nach dem Motto "Nichts drin, nichts dran" die Homöopathie. Alljährlich wird dafür der Schmähpreis "Das Goldene Brett vorm Kopf" verliehen. 2019 ist damit ein Vertreter der Homöopathie-Bewegung, der deutsche Homöopathika-Hersteller Hevert, "ausgezeichnet" worden.

Nun drehen die österreichische Homöopathen den Spieß um und verleihen der "österreichischen Aktivistengruppe rund um GWUP" die "Auszeichnung für Pseudowissenschaft 2019".

Homöopathen kritisieren Skeptiker

Die österreichischen Ärztegesellschaften und die Tierärztegesellschaft für Homöopathie begründen die Vergabe der Auszeichnung damit, dass die GWUP versuche, "gegen Komplementärmedizin und Homöopathie zu agitieren, ohne ihre wahren Beweggründe und Geldgeber offenzulegen, dass unter dem Deckmantel von Wissenschaftlichkeit und vorgeblicher 'wissenschaftlicher Wahrheiten' von den 'allwissenden' Aktivisten ohne jegliche medizinische Kompetenzen willkürliche, medizinisch und wissenschaftlich falsche Schlüsse gezogen werden und die Studienlage bewusst falsch dargestellt wird". Studien, die zum Beispiel untermauern würden, dass Homöopathie eindeutig über den Placebo-Effekt hinaus wirke, würden unter den Tisch fallen gelassen.

Die Homöopathen werfen den Skeptikern "fanatisch und aggressiv betriebene Lobbying- und Medienarbeit" vor. Sie würden danach trachten, "bewährte Methoden der Komplementärmedizin, die von einer großen Zahl von Menschen mit Erfolg genützt werden, in ein esoterisches, unseriöses Eck zu stellen, die Pluralität und Wahlfreiheit in der Gesundheitsversorgung zu beschneiden und die Fortschritte in Richtung einer integrativen Medizin zu behindern".

Skeptiker schlagen zurück

Die GWUP sieht dagegen in der Homöopathie ein Verfahren, "das im klaren Widerspruch zu gesicherten wissenschaftlichen Grundlagen steht". Es handle sich um "eine sich hartnäckig haltende Glaubenslehre, die weder als Naturheilkunde noch als Medizin anzusehen ist". In den über 200 Jahren ihrer Existenz habe es die Homöopathie nicht geschafft, ihre spezifische Wirksamkeit nach objektiven Kriterien zu belegen. In den vergangenen Jahren wurden auch immer wieder Homöopathen mit dem von der GWUP vergebenen "Goldenen Brett vorm Kopf" für den "größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres" ausgezeichnet.

Die Skeptiker haben übrigens eine "Homöopathie-Challenge" ausgelobt, bei der Homöopathen die Chance haben, das Gegenteil des Mottos "Nichts drin, nichts dran" zu beweisen. Wer es als erster schaffe, den hochverdünnten homöopathischen Wirkstoff in unbeschrifteten Globuli-Fläschchen korrekt zu benennen, dem winken 50.000 Euro. Die Challenge endet am 30. April.