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Science
12/13/2019

Granderwasser und Homöopathie als größter Unfug ausgezeichnet

Das "Goldene Brett" für den "größten antiwissenschaftlichen Unfug" wurde an Hevert und Grander vergeben.

Zum bereits neunten Mal wurde der Anti-Preis "Das Goldene Brett vorm Kopf" vergeben. Ausgezeichnet für den "größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres" wurde die Firma Hevert, die laut Jurybegründung prominente Homöopathie-Gegner zum Schweigen bringen wollte. Prominente Kritiker der Homöopathie hätten von Hevert eine Unterlassungserklärung erhalten: Aussagen, wie dass Homöopathie nicht über den Placeboeffekt hinaus wirksam sei, sollten so unterbunden werden. Als Zuwiderhandlung wurden 5.100 Euro Strafe angedroht.

"Diese Vorgehensweise birgt eine ernste gesellschaftliche Gefahr: Sie macht den rationalen wissenschaftlichen Diskurs unmöglich", heißt es in der Urteilsbegründung. „Homöopathie wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus“ sei eine wissenschaftliche Aussage, die man nach allgemein anerkannten Methoden prüfen könne. Qualitativ hochwertige Studien hätten bewiesen, dass es keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit von Homöopathika und Placebos gebe. Das müsse in der Öffentlichkeit so gesagt werden dürfen.

"Wissenschaftliche Wahrheiten können nicht per Anwaltsbrief geklärt oder vor Gericht ausverhandelt werden – sie sind, wie sie sind. Ob das irgendjemandem gefällt oder nicht, darf keine Rolle spielen. Mit derselben Logik könnten sonst Autofirmen Berichte über klimaschädliche Abgase unterdrücken oder Tabakkonzerne Studien über Lungenkrebs stoppen. Wenn wir rationale gesellschaftliche Diskussionen führen wollen, darf Wissenschaft nicht eingeschüchtert werden", teilte die Jury mit.

Lebenswerk

Ebenfalls ausgezeichnet - und zwar mit dem "Goldenen Brett fürs Lebenswerk" wurde die österreichische Firma Grander für ihr "Granderwasser", einem der laut Jury "bekanntesten Produkte aus dem Bereich von Esoterik und Parawissenschaft." Das Unternehmen wirbt damit, Wasser mit speziellen Geräten mittels Informationsübertragung "beleben" zu können.

"Einen wissenschaftlich anerkannten Nachweis für den Vorgang gibt es freilich nicht – fände man physikalisch plausible Erklärungen dafür, wie oder warum „Information“ von einem Wasser aufs andere übertragen werden kann, wäre das zweifellos eine wissenschaftliche Sensation, mit der man sich mindestens einen Nobelpreis sichern könnte. Für ihren langjährigen Einsatz für die „Wasserbelebung“ wird die Firma Grander daher mit dem „Goldenen Brett fürs Lebenswerk“ ausgezeichnet", teilte die Jury mit.

Indem sich mittlerweile Wellnesshotels, Schwimmbäder und Bio-Bäckereien mit dem Begriff "Granderwasser" schmücken, würden auch diese zu Botschaftern eines magischen, vorwissenschaftlichen Weltbildes, heißt es in der Begründung.

Weitere Nominierte

Neben der Firma Hevert war noch der internationale Verein für „Original Play“ nominiert, für ein problematisches, wissenschaftlich nicht fundiertes Spielkonzept für Kinder, sowie der Lungenfacharzt Dieter Köhler, der die gesundheitsschädliche Auswirkung von Feinstaub und Stickoxiden anzweifelt.

Das Goldene Brett vorm Kopf wird von der Gesellschaft für kritisches Denken vergeben – die Wiener Regionalgruppe der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).

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