© Orange UK

Wearables
06/20/2011

Lärmempfindliches T-Shirt lädt Handys

Orange testet am britischen Glastonbury-Festival Shirts, die Soundwellen in Energie umwandeln. Bereits im vergangenen Jahr probierte der Mobilfunker, Körperbewegung in Strom zu verwandeln, indem Gummi-Stiefel mit einer Spezialsohle ausgerüstet wurden.

Ekstatische Tänze zu dröhnenden Bässen - und dabei gleich das Handy aufladen. Das soll nach Angaben des britischen Mobilfunkanbieters Orange ein neu entwickeltes T-Shirt namens "Sound Charge" möglich machen. Wie ein überdimensioniertes Mikrofon verwandle eine etwa DIN-A4 große Spezialmembran über dem Bauch des Shirts Schalldruck in elektrischen Strom, erklärten die Entwickler von Orange. Dieser werde in einer Batterie gespeichert und könne mit einem Ladekabel übertragen werden.

Mit Hilfe der sogenannten piezoelektrischen Membran (die futurezone

über ähnliche Projekte) könnten bei einem Schalldruck von 80 Dezibel - etwa der Lärmpegel auf einer viel befahrenen Straße - rund sechs Watt Strom erzeugt werden, hieß es. Genug, um ein Handy aufzuladen. Je lauter die Umgebung, desto mehr Strom werde produziert. Daher wollen die Briten die Technik ab Mittwoch auf dem Glastonbury-Festival ausprobieren. Auf dem britischen Rockfestival werden unter anderem U2, Coldplay und die Queens of the Stone Age für den notwendigen Lärmpegel sorgen.

Gummi-Stiefel als Energielieferant
Bereits vergangenes Jahr machte der Mobilfunker mit speziellen Gummi-Stiefeln auf sich aufmerksam. Damals wurden diese in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen GotWind so präpariert, dass die Sohle Wärme in Energie umwandelt. Je mehr man ging, desto mehr Energie wurde erzeugt. Die Ausbeute war aber verhältnismäßig mager: Für eine Stunde Ladevorgang musste man 12 Stunden spazieren. Die Energieproduktion konnte aber beschleunigt werden, indem man tanzte – und so mehr Hitze im Stiefel erzeugte. Für die Energiegewinnung wurde auf den Temperaturunterschied im Inneren und der Boden gesetzt.

Mehr zum Thema