Science
10.03.2011

Turing-Preis geht an britischen Forscher

Der Turing-Preis, der Leistungen in der Informatik würdigt, wurde an den britischen Wissenschafter Leslie Valiant für seine Forschungen zur Lernfähigkeit von Computern verliehen.

Die amerikanische Informatik-Gesellschaft ACM (Association for Computing Machinery) vergab die Auszeichnung für 2010 am Mittwoch (Ortszeit) dem 61-jährigen Briten. Mit seinen grundlegenden Arbeiten in den vergangenen 30 Jahren habe Valiant „geniale neue Konzepte eingeführt und Ergebnisse von hoher Originalität, Tiefe und Schönheit vorgelegt“, heißt es in der Würdigung. Damit habe Valiant die Landschaft der Computerwissenschaften verändert.

Vorarbeit für "Watson"

ACM-Präsident Alain Chesnais erklärte, Valiant habe insbesondere bei der Entwicklung der Lernfähigkeit von Maschinen außerordentliche Fortschritte ermöglicht. Sein Werk habe damit auch die Entwicklung von Systemen wie dem IBM-Computer „Watson“ ermöglicht. Dieser analysiert Fragen in natürlicher Sprache und berechnet mit Hilfe einer Wissensdatenbank die Wahrscheinlichkeiten für die richtige Antwort. Im vergangenen Monat gewann „Watson“ in der amerikanischen Quiz-Show „Jeopardy“ gegen zwei Kandidaten, die zuvor in zahlreichen Sendungen am besten abgeschnitten hatten. Valiant ist seit 1982 an der Harvard-Universität im US-Staat Massachusetts tätig. Seine „Theory of the Learnable“ (Theorie des Erlernbaren) erschien 1984.

250.000 Dollar
Der Turing-Preis ist mit 250.000 Dollar dotiert. Die feierliche Verleihung findet am 4. Juni in San Jose in Kalifornien statt. Benannt ist der Preis nach dem britischen Mathematiker Alan Turing (1912-1954). Das 1950 von ihm vorgeschlagene Verfahren zur Frage, ob eine Maschine ein dem Menschen gleichwertiges Denkvermögen hat, wurde als Turing-Test bekannt.

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