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Start-up Anyfer: Open-Source-Lösung zur Langzeitarchivierung.

Die österreichische Mediathek setzt auf das Open-Source-System von Anyfer.
Die österreichische Mediathek setzt auf das Open-Source-System von Anyfer. - Foto: KURIER/Stephan Boroviczeny
Das österreichische Start-up Anyfer hat eine Open-Source-Lösung zur Archivierung digitaler Medien und Dateien entwickelt.

Langzeitarchivierung von digitalen Medien und Dateien kann zermürbend sein, wenn dabei proprietäre Software und Hardware zum Einsatz kommt. Die Lizenzen können ablaufen, die Formate nicht mehr miteinander kompatibel, die Migration von einem System auf das andere teuer und langwierig. Der Österreicher Manfred Ostermann hat deswegen das Unternehmen Anyfer gegründet. Das Start-up setzt bei seinen Lösungen auf offene Hardware und Open-Source-Software.

Vorteile

„Das reduziert nicht nur die Anschaffungskosten, sondern bietet auch die Sicherheit, dass das System noch in Jahrzehnten verwendet werden kann“, erklärt Ostermann im Gespräch mit der futurezone. Bei der Hardware erreichen manche Produkte oft bereits nach drei bis fünf Jahren das Ende ihres Lebens und man müsste teuren Support dazu kaufen, oder in neue Hardware investieren.

„Bei Anyfer werden nur Standard-Komponenten eingesetzt und es gibt Upgrade-Kits, wenn Komponenten nicht mehr hergestellt werden. Da werden die Komponenten in Folge einzeln ausgetauscht und man muss nicht das gesamte System auswechseln“, erklärt Ostermann.

Die Hardware basiert auf dem offenen Design von Backblaze, als Betriebssystem kommt eine spezielle Linux-Distribution (CentOS) zum Einsatz und als Dateisystem wird die Open-Source-Lösung GlusterFS genutzt.

Mediathek setzt auf Open Source

Erste Kunden des Unternehmens sind etwa die österreichische Mediathek, die die Aufgabe hat, Ton-und Videoaufnahmen zur österreichischen Kultur und Zeitgeschichte zu bewahren. Sämtliche Tonträger werden dazu digitalisiert und archiviert. Die Archivdaten, die bereits insgesamt fünf Mal migriert worden, werden nun auf Anyark, die Langzeitarchivierungslösung von Anyfer, migriert. Laut Ostermann würde dieselbe Lösung mit einem proprietären System „um den Faktor 10“ teurer sein. Auch der österreichische Schulbuchverlag verwendet Anyark zur Archivierung.

Derzeit ist das Start-up Anyfer für Ostermann noch ein „Nebenprojekt“, es könnte aufgrund einer „starken Nachfrage“ aber bald sein Hauptprojekt werden.

(futurezone) Erstellt am 16.07.2017, 09:53

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