Start-ups
28.06.2016

Cybersicherheit: "Sehr viel Wissen wird nicht umgesetzt"

Beim Start-up-Wettbewerb Security Rockstars werden innovative Sicherheitslösungen gesucht. Einreichungen sind noch bis zum 15. Juli möglich.

Er hoffe auf "frische und unkonventionelle Herangehensweisen an Cybersicherheitsthemen, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien zu dem vom Innenministerium gemeinsam mit dem Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) und SBA Research veranstalteten Start-up-Wettbewerb Security Rockstars: "Start-ups stellen andere Überlegungen an, als etablierte Betriebe."

Noch rund zwei Wochen lang können Personen und Gründerteams aus ganz Europa ihre Ideen bei dem Sicherheits-Wettbewerb einreichen. Den Siegern winken insgesamt 35.000 Euro Preisgeld sowie Beratungsleistungen und Hilfestellungen von Experten.

Cybersicherheits-Cluster

Sicherheit sei ein wesentlicher Standortfaktor, sagte Erwin Hamedseder vom Mitveranstalter KSÖ. Zur Abwehr von Cyberrisiken brauche es innovative Produkte. Hamedseder will mit dem Wettbewerb auch den Grundstein zu einem Cybersicherheits-Cluster legen. Dort sollen junge Unternehmen aus dem Bereich zusammenarbeiten und sich miteinander vernetzen. "Wir müssen schauen, dass daraus eine Cybersicherheitsindustrie wird."

In europäischen Forschungseinrichtungen sei sehr viel Wissen auf dem Gebiet der Cybersicherheit vorhanden, es werde aber nicht umgesetzt, sagte Andreas Tomek von SBA Research. Mit dem Wettbewerb wolle man vor allem "frühphasige" Start-ups ansprechen. "Wir versuchen dann diese Ideen in den Markt zu bekommen."

"Innovators Club"

Dazu hat SBA Research auch einen "Innovators Club" gegründet, in dem sich Unternehmen versammeln, die an Sicherheitsprodukten interessiert sind und die auch als Referenzkunden zur Verfügung stehen. "Ohne Referenzkunden kann man nicht am Markt bestehen", sagt Tomek.

Dass solche Konzepte funktionieren, zeigt das Start-up nimbusec. Die oberösterreichische Firma, die eine Sicherheitslösung für Webseiten bereitstellt, hat den Wettbewerb im vergangenen Jahr gewonnen. Mittlerweile zählt man mehrere große deutsche Untenrehmen zu seinen Kunden und sorgt auch bei Red Bull für die Sicherheit der Unternehmenswebseiten.

Breite Palette an Themen

Auch heuer seien bereits eine Reihe von Einreichungen eingegangen, erzählt Tomek. Neben österreichischen Gründern hätten sich auch Start-ups aus Frankreich und Deutschland beworben. Die Qualität der Einreichungen sei gestiegen, sagt Tomek. Die Bandbreite reiche von Lösungen zur Angriffserkennung über Ansätze zur Web- und Codesicherheit bis hin zu Lösungen zur Verschlüsselung und Authentifizierung.

Anwendungsgebiete für Sicherheits-Start-ups würden sich auch in den schnell wachsenden Bereichen des Internet of Things. der vernetzten Autos, der Industrie 4.0 und der Fin-Techs auftun, sagte Tomek. "Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich zu etablieren."

Coaching und Pitch

Mit den besten 25 Start-ups, die ihre Ideen bis zum 15. Juli unter www.securityrockstars.com einreichen wird gemeinsam mit Experten und Mentoren ein Businessplan erarbeitet, der von einer prominent besetzten Jury, der unter anderem Google-Sicherheitschef Gerhard Eschelbeck angehört, bewertet wird. Die Top-5 steigen dann ins Finale auf und können sich im Rahmen der internationalen IT-Sicherheitskonferenz CCS im Oktober in Wien vor Sicherheitsexperten präsentieren. Die Sieger werden dann am 24. Oktober bekannt gegeben.