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Solarenergie Blue Chip Energy meldet Insolvenz an.

Südburgenländischer Photvoltaik-Zellproduzent stellt Produktion ein

Die Blue Chip Energy GmbH, Photovoltaik-Zellproduzent mit Sitz in Güssing, wird am Donnerstag einen Insolvenzantrag beim Eisenstädter Firmengericht beantragen. Das teilte die landeseigene Wirtschaftsservice Burgenland AG (WiBAG) in einer Aussendung mit. Am Mittwochabend seien die 110 Mitarbeiter informiert worden, dass die Produktion mit heutigem Tag eingestellt werde. Die Belegschaft werde bei laufenden Bezügen freigestellt. Laut WiBAG gebe es asiatische Investoren, die ihr Interesse am Einstieg bei Blue Chip Energy in Europa bereits bekundet hätten.

Schwierige Marktsituation
Grund für die Insolvenz sei die schwierige Marktsituation und die seit Jahresbeginn anhaltend schwache schlechte Nachfrage, zu der maßgeblich die Verunsicherung von Großkunden durch die Kürzung der Energie-Einspeistarife durch das neue „Erneuerbare Energien-Gesetz“ in Deutschland sowie die unklare Gesetzeslage am Energiesektor Italien beigetragen haben, hieß es weiter.

Der deutsche börsenotierte Konzern Solon, der 18,28 Prozent Anteile an dem südburgenländischen Unternehmen hält, teilte mit, dass man trotz intensiver Gespräche mit den finanzierenden Banken keine Lösung erzielen konnte. Die Grundlage für den Fortbestand des Unternehmens sei daher nicht länger gegeben.

Werberichtigungsbedarf bei Solon
Für Solon ergebe sich in Folge der Insolvenz der Blue Chip Energy ein Wertberichtigungsbedarf von insgesamt 18 Mio. Euro, der im wesentlichen aus einem in der Vergangenheit gewährten Gesellschafterdarlehen resultiere. 80,67 Prozent Anteile hält WFE Energy Development GmbH, mit knapp einem Prozent ist die SOL Holding AG beteiligt. Die Blue Chip Energy GmbH wollte auf APA-Anfrage keine Stellungnahme abgeben und verwies auf das offizielle Statement der SOLON.

Für die WiBAG, die die 2007 getroffene Standortentscheidung von Blue Chip Energy in die strukturschwache Region Güssing und die dort getätigten Investition von insgesamt 66 Mio. Euro gemeinsam mit den EU- und Bundesförderstellen mit rund 14 Mio. Euro gefördert hat, steht ab sofort die Standort- und Arbeitsplatzsicherung mit einer voraussichtlich neuen Eigentümerstruktur im Vordergrund, meinte WiBAG-Direktor Peter Schmitl. Bereits nächste Woche sollen mit allen betroffenen Landes- und Bundesstellen, die zur Standorterhaltung von Blue Chip Energy beitragen können, erste Gespräche bzw. Verhandlungen aufgenommen werden.

(apa) Erstellt am 21.07.2011, 12:00

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