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Social Media Facebook blockiert Links zu Konkurrenten.

Facebook will keine Links zu Tsu.co auf seiner Plattform
Facebook will keine Links zu Tsu.co auf seiner Plattform - Foto: rts
Facebook lässt Verweise auf das konkurrierende Online-Netzwerk Tsu auf seiner Plattform nicht zu und klassifiziert sie als Spam. Der Sachverhalt ist kompliziert.

Wer das Online-Netzwerk Tsu, genauer gesagt dessen Adresse Tsu.co, in einem Facebook-Posting, auf Instagram oder im Facebook-Messenger erwähnen will, bekommt Probleme. Die Einträge lassen sich nicht abschicken. Sie werden von Facebook blockiert.

„Du kannst diesen Inhalt nicht posten, weil er einen blockierten Link enthält“, informiert das Online-Netzwerk. Und weiter: „Der Inhalt den du teilen willst, enthält einen Link, der von unserem Sicherheitssystem als unsicher eingestuft wird.“ Laut US-Medienberichten hat Facebook bereits mehr als eine Million Einträge mit Links zu dem bislang kaum bekannten Rivalen entfernt.

Facebook tsu
Foto: Screenshot futurezone
Facebook klassifiziert Links zu Tsu als Spam, die Einträge würden Nutzer verärgern und den Richtlinien des Netzwerkes widersprechen, so Facebook. Tsu sieht das naturgemäß anders und wirft Facebook vor, einen Rivalen ausschalten zu wollen.

Pyramidenspiel

Das Geschäftsmodell von Tsu erscheint tatsächlich etwas fragwürdig. Das Online-Netzwerk beteiligt seine Nutzer an Werbeeinnahmen. Das ist zwar ehrenhaft, die Art und Weise wie dies passiert, erinnert jedoch nicht nur an ein Pyramidenspiel, sondern ist auch eines. Tsu behält sich zehn Prozent der Werbeeinnahmen aus Nutzer-Inhalten ein, die restlichen 90 Prozent werden an die Nutzer, die die Inhalte gepostet haben, und an Nutzer die sie als Freunde geworben haben, verteilt.

Ein Beispiel: Aus den Werbeeinnahmen, die ein Nutzer D generiert, fließen zehn Prozent an Tsu, 50 Prozent an Nutzer D, 33 Prozent an Nutzer C, der D eingeladen hat. Von den Einnahmen profitiert aber auch noch Nutzer B, der den Nutzer C eingeladen hat, mit elf Prozent. Auch Nutzer A, der Nutzer B eingeladen hat, erhält noch Geld, nämlich knapp vier Prozent der Werbeumsätze aus dem Posting von Nutzer D.

„Unfair“

Laut Facebook hätten Tsu-Nutzer Fake-Accounts auf Facebook eröffnet, um ihre Tsu-Postings zu bewerben. Viele Nutzer hätten außerdem Postings mit Tsu-Links als Spam gemeldet. Tsu-Nutzer empfinden die Blockade ihrer Einträge durch Facebook als unfair. Ihre Einträge seien sicherlich kein Spam, sagt eine Illustratorin, die Tsu nutzt, zu Ksat.com.

Es sei zwar verständlich, warum Facebook Postings die Links zu dem Rivalen blockiere, heißt es auf Techdirt. Es gebe aber auch andere Optionen. Nutzer, die keine Links zu Tsu-Postings sehen wollten, könnten Facebook darüber in Kenntnis setzen und die entsprechenden Inhalte ausblenden lassen. Nutzer die sich daran nicht stoßen würden, hätten so weiter die Möglichkeit, die Einträge zu sehen. Facebook habe sich aber dafür entschieden, Kontrolle über seine Nutzer auszuüben, anstatt ihnen selbst die Wahl zu überlassen, kritisiert Techdirt. Facebook dürfe sich deshalb auch nicht wundern, wenn der Eindruck enstehe, das Online-Netzwerk wolle einen Rivalen aus dem Weg räumen.

(futurezone) Erstellt am 07.11.2015, 16:22

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