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Gedenken Grabsteine mit QR-Codes bald auch in Österreich.

Foto: dpa
Was in Dänemark und Japan schon seit einiger Zeit ein Trend ist, wird bald in Österreich Realität: QR-Codes am Grabstein, über die man mit einem Klick auf virtuelle Kondolenzbücher und Erinnerungsseiten der Verstorbenen gelangt. Das Trauerportal Aspetos hat angekündigt, einen derartigen Service ab Ende des Jahres in Österreich anzubieten.

Wer in ein paar Monaten einen österreichischen Friedhof besucht, hat gute Chancen mehr über einen Verstorbenen zu erfahren als nur sein Geburts- und Sterbedatum. "In Zeiten, wo virtuelle Erinnerungsseiten und Trauerforen boomen und der Bedarf nach Kommunikation immer größer wird, ist die Anbringung von QR-Codes eine logische Konsequenz", sagt Jörg Bauer, Sprecher von Aspetos, gegenüber der futurezone.

Moderne Art der Trauer
“Wie man mit Trauer umgeht, ist ständig im Wandel und im Gegensatz zu früher ist die Erinnerung viel wichtiger geworden als das Vergessen und Verdrängen. Viele Leute sehnen sich nach Selbstverwirklichung und danach, etwas zu hinterlassen”, ist Bauer überzeugt.

Aspetos will daher in Österreich schon ab Ende dieses Jahres mit Bestattungsunternehmen QR-Codes auf Grabsteinen anbieten und ist überzeugt, dass sich dieser Trend auch hierzulande durchsetzen wird. Die Erstellung einer Erinnerungsseite und die dazugehörige Verlinkung des Codes wird von der Trauerplattform kostenlos durchgeführt. Die Kosten für die Anbringung des QR-Codes mittels Metallplatte bzw. das in den Stein meißeln müssen von den Angehörigen getragen werden.

qr-code grabstein
Foto: dpa

Mehr als nur das Geburts- und Sterbedatum
Das Anbringen von QR-Codes wird in Dänemark und Japan schon seit längerer Zeit praktiziert. Die Idee dahinter ist, dass man am Grabstein mehr über den Verstorbenen erfährt als nur die angebrachte Inschrift. Über das Aufrufen des Links mit dem Smartphone können die dazugehörigen Traueranzeigen, aber auch virtuelle Kondolenzbücher und Fotos aufgerufen oder virtuelle Kerzen angezündet werden.

Um die Privatsphäre zu schützen, werden die entsprechende Inhalte aber nicht jedem Besucher umfassend angezeigt. Jemand, der nicht freigeschalten wurde, gelangt also nur auf die öffentlich zugängliche Traueranzeige und kann erst nach manueller Freigabe, etwa als Angehöriger oder enger Freund, mehr Einblicke wie zu Fotos und anderen persönlichen Informationen bekommen. Um die Friedhofsruhe zu respektieren, will die Plattform auf abrufbare Videos mit Audioinhalten verzichten.

Ehrengräber mit QR-Codes
An der Katholischen Kirche sollte der neue Service zumindest nicht scheitern. Laut Bauer stehe diese dem Ganzen positiv gegenüber und befürworte die Idee, mehr Informationen rund um einen Verstorbenen anzubieten.

Dem Geschäftsführer des Wiener Zentralfriedhofs, Markus Pinter, ist eine persönliche Nachfrage nach diesem Code nicht bekannt, er wolle aber ab Mitte 2013 im Rahmen eines EU-Projekts bestimmte Ehrengräber damit versehen, um interessierte Friedhofsbesucher mit mehr Auskunft zu versorgen, verrät Pinter auf Nachfrage der futurezone.

Auf die Frage hin, ob die persönliche Anbringung viel Anklang finden wird, meint er, dass die Kundschaft eher konservativ eingestellt sei und dies womöglich nur zeitversetzt der Fall sein wird.

(futurezone/Maria Kanov) Erstellt am 12.09.2012, 06:00

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