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Studie Social Messaging Apps fressen SMS-Umsätze auf.

Foto: Thomas Prenner
Allein 2011 gingen einer Studie zufolge den Netzbetreibern 13,9 Milliarden US-Dollar durch Messaging Apps wie Whatsapp oder Facebook Messenger verloren. Eine mögliche Lösung könnte in Beschränkungen für den Zugang zum mobilen Internet liegen.

Den Telekommunikationsunternehmen dürfte durch Social Messaging Apps wie dem Facebook Messenger oder Whatsapp deutlich mehr Geld entgehen als bisher vermutet. So zeigt eine aktuelle Studie, die von dem britischen Beratungsunternehmen Ovum in Auftrag gegeben wurde, dass allein im letzen Jahr den Netzbetreibern mehr als 13,9 Milliarden US-Dollar Umsatz - 9 Prozent des weltweiten Umsatzes mit SMS-Nachrichten - durch Social Messaging Dienste wie Twitter oder Facebook entgingen. Das setzt den Negativtrend aus 2010 fort, in dem Schätzungen zufolge 8,7 Milliarden Umsatz durch derartige Apps verloren gingen.

Umsatz sinkt, Kosten steigen
Neha Dharia, die Autorin der Studie, warnt die Netzbetreiber vor der drohenden Gefahr durch diese Dienste und ruft sie zu einer Änderung ihrer Produktpolitik auf, wenn sie weiterhin ihr Vormachtsstellung auf dem Messaging-Markt behalten wollen. Denn wie ein weiterer Bericht der Analysefirma Bytemobile zeigt, geht den Unternehmen durch die steigende Nutzung von Social Networks nicht nur Umsatz verloren, sondern auch die Kosten steigen rasant an. So würde der durchschnittliche Benutzer bereits neun Minuten am Tag auf Facebook oder YouTube verbringen. Ein immenser Aufwand, da allein der Videodienst im Schnitt 300mal so viele Daten wie andere Angebote verbraucht.

Eingeschränktes mobiles Internet möglich
Um ihr Netz zu entlasten, haben bereits zahlreiche Netzanbieter den Ausbau der öffentlichen WLAN-Netze angekündigt. In Großbritannien plant O2 die flächendeckende Versorgung mit kostenlosen WLAN. Nicht verwunderlich, soll ja laut der Bytemobile-Prognose der weltweite Umsatz mit mobilen Internet bis 2016 auf 419 Milliarden US-Dollar steigen - von insgesamt 1.047 Milliarden US-Dollar, die Mobilfunkunternehmen weltweit einnehmen dürften. Das stellt allerdings auch die Netzbetreiber vor schwierigen Aufgaben, da sie Social Messaging Apps damit unterstützen und sich somit selbst unter Druck setzen.

Einen Ausweg könnte Orange vergangene Woche präsentiert haben. Über den Übermittlungsdienst USSD (Unstructured Supplementary Service Data) soll künftig Facebook auch in Entwicklungsländern über das GSM-Netz verfügbar sein - gegen eine gewisse Gebühr. Derartige Angebote sind zwar bislang nur für Länder geplant, in dem die Netzabdeckung für mobiles Internet schwach ist, allerdings könnten TechCrunch zufolge manche Netzbetreiber selbst als App Entwickler auftreten, um in ihrem Netz bevorzugten Zugriff auf diese Dienste zu ermöglichen.

 

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(futurezone) Erstellt am 22.02.2012, 13:00

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