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Vorratsdaten Schweizer Nationalrat legt sein Leben in Grafik offen.

Neben den klassischen Verbindungsdaten hat Glättli auch Daten aus seinen Sozialen Netzwerken öffentlich gemacht
Neben den klassischen Verbindungsdaten hat Glättli auch Daten aus seinen Sozialen Netzwerken öffentlich gemacht - Foto: Screenshot
Der Schweizer Nationalrat Balthasar Glättli protestiert gegen die Vorratsdatenspeicherung und legt sechs Monate seiner Verbindungsdaten in einer interaktiven Grafik offen.

Balthasar Glättli, Schweizer Nationalratsabgeordneter und Präsident der Grünen Fraktion, hat aus Protest gegen die Vorratsdatenspeicherung sechs Monate seiner Vorratsdaten öffentlich gemacht. Diese hatte er von seinem Mobilfunker angefordert und von OpenDataCity visualisieren lassen. Herausgekommen ist eine interaktive Grafik, die Verbindungsdaten (Anrufe, SMS), Aktivitäten auf Sozialen Netzwerken sowie den Standort zeigt.


Ein Informationsangebot von OpenDataCity

Glättli will damit die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz wiederbeleben. Dort müssen Anbieter von Telefon- und Internetdiensten bereits seit zehn Jahren für zumindest sechs Monate Verbindungsdaten speichern. Das Urteil des EuGH, in dem die EU-Richtlinie der Vorratsdatenspeicherung gekippt wurde, hat für die Schweiz keinerlei Auswirkungen. Die Bundesregierung berät derzeit sogar darüber, ob die Dauer der Speicherung auf zwölf Monate verlängert werden soll. Die Digitale Gesellschaft hat allerdings bereits Klage eingereicht und rechnet spätestens vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit einem Erfolg.

2011 gab es ähnliche Aktion

Der deutsche Politiker Malte Spitz sorgte bereits 2011 mit einer ähnlichen Aktion für Aufsehen. Nachdem er sechs Monate seiner Vorratsdaten von T-Mobile erfolgreich eingeklagt hatte, stellte er diese Zeit Online zur Verfügung. Diese bastelten daraus ebenfalls eine interaktive Grafik, die zeigt, dass die Daten das Leben recht präzise abbilden können.

(futurezone) Erstellt am 28.04.2014, 10:49

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