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Open Data Wiener Linien geben Daten frei.

Foto: Wiener Linien / ZinnerHonorarfreie Nutzung bei Namensnennung ausschliesslich fuer redaktionelle Verwendung.
Die Wiener Linien haben am Freitag angekündigt, ihre Verkehrsdaten für Entwickler freizugeben. Noch müssten technische und rechtliche Hindernisse beseitigt werden, hieß es im Unternehmensblog. Im Sommer soll es dann aber soweit sein.

"Unsere Verkehrsdaten werden interessierten EntwicklerInnen zur Verfügung stehen", hieß es im Blog der Wiener Linien am Freitagvormittag. "Das immense Interesse an unseren Daten hat uns in den letzten Tagen wirklich überrascht." Ab Sommer sollen Entwickler auf die Daten der Wiener Linien zugreifen können und mit Echtzeitdaten etwa Smartphone-Anwendungen entwickeln können. Bislang steht Fahrgästen der Wiener Linien lediglich die betriebseigene App qando zur Verfügung.

Petition für Datenfreigabe
Die Wiener Linien reagieren damit auf den zunehmenden Druck der Öffentlichkeit. Eine vergangene Woche gestartete Petition, die die Verkehrsbetriebe zur Freigabe ihrer Daten auffordert, wurde bis Freitagvormittag von mehr als 600 Leuten unterzeichnet, obwohl dafür Handysignatur oder Bürgerkarte erforderlich sind.

Dass es auch Druck aus der Stadtverwaltung zur Datenfreigabe gegeben habe, wollte Wiener-Linien-Sprecher Dominic Gries gegenüber der futurezone nicht ausdrücklich dementieren: "Wir sind ein öffentliches Unternehmen im öffentlichen Eigentum und diskutieren mit unserem Eigentümer laufend aktuelle Fragen." Die Stadt Wien verfolgt seit mittlerweile fast zwei Jahren eine auch international anerkannte Politik bei der Freigabe von Verwaltungsdaten. Dass sich die Wiener Linien dafür lange nicht begeistern konnten, wurde von vielen nicht verstanden. In Linz sind Fahrplan- und Echtzeitdaten der stadteigenen Verkehrsbetriebe bereits seit längerem verfügbar.

"Hoffen auf viele Ideen und Anwendungsfälle"
Nun müssten noch organisatorische Fragen gelöst werden, sagt Wiener-Linien-Sprecher Gries. Im Sommer solle es aber soweit sein, dann würden die Echtzeit- und Fahrplandaten der Verkehrsbetriebe der Allgemeinheit als Open Data zur Verfügung stehen und im Wiener Open-Data-Katalog veröffentlicht werden.

"Wir hoffen auf viele Ideen und Anwendungsfälle", sagt Gries. Die Wiener Linien müssten sich für die Datenfreigabe rüsten. "Es macht einen Unterschied ob Abfragen nur von einer betriebseigenen App (Anm.: qando) oder von vielen Anwendungen kommen." Technische Details zur Datenfreigabe könne er noch nicht machen.

Die Daten können nach der Freigabe auch von Google verwendet werden. Die Wiener Linien hatten dem Internet-Unternehmen während der Fußball-EM 2008 Fahrplandaten für Google Maps zur Verfügung gestellt, diese aber wieder zurückgezogen, nachdem sie von Google nur ungenügend aktualisiert wurden. Das hatte zu heftigen Diskussionen geführt.

Vorbereitungen bei Create Camp
Bereits im Jänner hatten die Wiener Linien im Rahmen eines Create Camps Entwicklern testweise Zugang zu ausgewählten Daten gewährt. In knapp zwei Tagen entstanden damals 15 Anwendungen und Visualisierungen auf Basis der Daten.

Zuletzt hatten die Wiener Linien aber einen App-Entwickler abgemahnt , und ihm aus urheberrechtlichen Gründen die Nutzung von Fahrplan- und Echtzeitdaten der Verkehrsbetriebe untersagt.

"Positiv überrascht"
"Wir sind positiv überascht und freuen uns sehr, dass unsere Vorschläge aufgenommen wurden, die Daten als Open Data zur Verfügung zu stellen", sagte Robert Harm von der Initiative Offene Öffis, die hinter der Petition für die Datenfreigabe bei den Verkehrsberieben steht. "Damit ist sichergestellt, dass jeder darauf zugreifen kann. Wir sind auf den weiteren Fahrplan gespannt und auch darauf, welche Daten tatsächlich freigegeben werden."

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(futurezone) Erstellt am 29.03.2013, 09:00

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