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Tarifvergleich Roaming-Pakete: Attraktiv, aber mit Fallen.

Foto: Fotolia
Pünktlich vor dem Start der Urlaubersaison haben alle Mobilfunkbetreiber ihre neuen Roaming-Pakete für Vertragskunden vorgestellt. Die gute Nachricht: Erstmals werden im Bereich Daten-Roaming wirklich attraktive Pakete angeboten, die eine sorgenfreie Internet-Nutzung im Ausland ermöglichen. Wie so oft steckt der Teufel aber im Detail, wie der futurezone-Check der neuen Pakete zeigt.

Ausgelöst durch die T-Mobile-Ankündigung einer Quasi-Flatrate für EU-Datenroaming im Februar haben sich nun alle großen Mobilfunker in Stellung gebracht. Wer mit seinem Smartphone, Tablet oder Notebook im Ausland ins Internet will, findet bei A1, Drei, Orange und T-Mobile nun bereits ab 4,90 Euro Pakete. Die Preisunterschiede, aber auch die Angebote hinsichtlich der inkludierten Länder sind jedoch groß. Zum Leidwesen der Kunden finden sich auch einige Fallen und Haken, über die man sich vor dem Surfabenteuer im Ausland informieren sollte.

Hier die Übersicht in alphabetischer Reihenfolge der Mobilfunker:

A1

Marktführer A1 hat insgesamt sieben Datenroaming-Pakete für Smartphones und Notebooks im Programm. Den Einstieg bildet ein Tagespaket von 20 MB für 4,90 Euro. Das größte Paket für Notebooks umfasst ein Gigabyte und kostet 99,90 Euro. Dazwischen finden sich weitere Tagespakete (9,90 Euro für 50 Megabyte), Wochenpakete von 100 bis 200 MB (19,90 bzw. 29,90 Euro) sowie Monatspakete von 200 MB (29,90) und 500 MB (59,90). Werden die Pakete überschritten, fallen Kosten von 2,43 Euro pro Megabyte an.

Positiv:
+ neben der EU gelten die Pakete in 60 Ländern weltweit, wie USA, Kanada, Australien, Südafrika, Russland oder Ägypten
+ bei Erreichen von 50, 75 und 100 Prozent des gebuchten Pakets bekommen Kunden eine Warn-SMS (ab 20. Juni)
+ wenn das Paket ausgeschöpft ist, kann ein weiteres dazugebucht werden

Negativ:
- anders als bei den anderen Mobilfunkbetreibern gelten die Pakete nur, wenn man im ausgewiesenen Partnernetz von A1 im jeweiligen Land surft. Hier lauert leider auch die größte Falle. Abgesehen davon, dass man das Partnernetz wissen muss, drohen hohe Zusatzkosten, wenn das Handy sich unbemerkt automatisch in ein anderes Netz einloggt. Hier ist es unbedingt notwendig, im Smartphone die Netzwahl auf manuell zu stellen.
- die Kosten für zusätzliche Megabyte sind mit 2,43 Euro/MB vergleichsweise hoch
- die Unterteilung in Smartphone- und Notebook-Pakete mit unterschiedlicher Nutzungsdauer ist etwas verwirrend, laut A1 dürfen beide Paket-Arten aber sowohl für Smartphones, als auch für mobile Sticks bei Notebooks gebucht werden

Drei

Der kleinste der vier Anbieter ist gleichzeitig der einzige, der mit „3 Like Home“ bereits seit Jahren ein attraktives Daten-Roaming-Angebot für seine Kunden anbietet. So kann wie bisher in allen Ländern, in denen 3 ein Netz betreibt (Italien, Großbritannien, Irland, Schweden, Dänemark, Australien), der eigene Datenvertrag wie zuhause benutzt werden. Auch Telefonate nach Österreich werden so behandelt, wie wenn man sich in Österreich aufhalten würde. Auch hier gilt: Um in den Genuss dieses Angebots zu kommen, muss das jeweilige 3-Partnernetz ausgewählt werden.

Darüber hinaus hat 3 auch drei Datenpakete sowie ein Urlaubspaket im Angebot, welche für die aktuelle Feriensaison überarbeitet werden. Den Roaming-Einstieg gibt’s wie bei A1 mit 20 MB um 5 Euro. Zwar wird 3 auch die übrigen Paketpreise stark senken – mit den Preisen der Konkurrenz kann der sonst recht preissensitive Anbieter aber nur schwer mithalten. So kosten 100 MB nun 24 Euro, für 250 MB muss man schon 59 Euro auf den Tisch blättern. Im direkten Vergleich mit Orange ist das vier Mal so teuer, gleichzeitig muss erwähnt werden, dass bei den Destinationen nicht nur Europa, sondern auch Staaten wie Südafrika, USA und Kanada inkludiert sind. Während die Roaming-Pakete einen Monat lang gültig sind, gibt es auch ein Urlaubspaket für 3 Wochen, das um 10 Euro neben 30 MB auch 30 Gesprächsminuten, 30 SMS und 5 MMS inkludiert.

Positiv:
+ Neben der EU gelten die Pakete auch in den USA, Südafrika und Kanada
+ Datenpakete sind einen ganzen Monat lang verwendbar
+ alle Netze bei den Zusatzpaketen wählbar
+ „3 Like Home“ in den 3-Netzen anderer Länder bleibt ein einzigartiger Service, der unkompliziert und praktisch ist
+ 0,99 Cent pro zusätzlichem MB innerhalb der EU ist ein guter Preis,

Negativ:
­­­- Preise für 100 und vor allem 250 MB teilweise deutlich höher als bei der Konkurrenz
- 8 Wochen Kündigungsfrist – de facto muss ein Paket also mindestens zwei Monate gebucht werden
- Kein großes Datenpaket für Notebooks

Orange

Mobilfunker Orange hat seine Tarife bereits Mitte Mai vorgestellt und setzt ebenfalls auf diverse Pakete. Beim Preis-Leistungs-Vergleich kann Orange vor allem bei den großen Paketen punkten. Zum Einstieg gibt es 50 MB für fünf Euro. Mit 15 Euro für 250 MB und 50 Euro für ein Gigabyte Daten in der EU inklusive der Nicht-EU-Staaten Norwegen, Schweiz, Fürstentum Liechtenstein und Island hat Orange die de facto günstigsten Pakete im Angebot. Alle Pakete sind einen Monat lang gültig, verlängern sich wie bei den meisten anderen Anbietern aber automatisch. Sehr günstig fallen bei den großen Datenpaketen auch Zusatz-MBs aus, sollte das Kontingent ausgeschöpft sein. Jedes weitere MB kostet nur 30 Cent, Kunden mit dem Zusatzvertrag für fünf Euro müssen allerdings ein Euro pro zusätzlichem MB bezahlen.

Positiv:
+ Günstiger Preis
+ Einfache Paketübersicht ohne Trennung in Mobil- und Laptopkunden
+ auch kleinere Pakete den ganzen Monat lang verwendbar
+ alle Netze verwendbar
+ Verbrauchte Zusatz-MB recht günstig
+ keine Mindestbindungsdauer

Negativ:
- nur EU-Länder inklusive europäische Nicht-EU-Staaten abgedeckt
- kein Warn-SMS bei Erreichen gewisser Datenlimits – laut Orange kann der Datenverbrauch über die Service-App und den eigenen Webauftritt aber zeitnah eingesehen werden kann
- automatische Paketverlängerung

T-Mobile

Mit der Ankündigung der ersten Roaming-Flatrate der EU hat T-Mobile im Februar für Aufsehen gesorgt. Wie die Präsentation der Pakete heute zeigte, ist auch das T-Mobile-Angebot nicht ganz makellos. Denn die mit Spannung erwartete Flatrate entpuppt sich bei zweitem Hinsehen als größeres Datenpaket, das bei starker Nutzung durch ein Herunterschrauben der Geschwindigkeit reguliert wird. Auch fällt das Angebot mit diversen Smartphone- und Notebook-Paketen sowie unterschiedlicher Gültigkeitsdauer nicht ganz übersichtlich aus. Absolut positiv zu werten ist, dass dem Kunden zumindest in der EU keine unliebsamen Datenkosten entstehen können, da die Pakete nicht automatisch verlängert werden.

Den Einstieg machen Tagespässe zwischen 2 und 10 Euro, die wiederum 3 bis 60 MB abdecken. Mit Travel & Surf Unlimited bietet T-Mobile erstmals seine angekündigte Wochenflatrate an. Für Mobilfunkteilnehmer kostet der unlimitierte Vertrag für 7 Tage 20 Euro, Notebook-User kommen auf einen Betrag von 40 Euro. Der Haken daran: Während beim Smartphonepaket schon nach 100 MB die Geschwindigkeit auf 128 kbit/s gedrosselt wird, gelangt dieser Schritt beim Notebookpaket erst nach 200 Megabyte zum Tragen. Böse Zungen könnten nun behaupten, man bekomme für die Flatrate-Preise gerade einmal 100 respektive 200 Megabyte schnelles Internet – und das nur für eine Woche

Positiv:
+ Erste EU-weite Quasi-„Flatrate“ ohne Zusatzkosten
+ alle Netze verwendbar
+ Pakete werden nicht automatisch verlängert
+ keine Zusatzkosten bei Zusatz-MB – wenn das Paket verbraucht ist, wird der User darüber verständigt und kann ein neues Paket dazubuchen.

Negativ:
- nur EU-Länder inklusive europäische Nicht-EU-Staaten
- „Flatrate“ für Notebook-User doppelt so teuer
- nur Tages- und Wochenpässe
- Drosselung der Geschwindigkeit auf 128 kbit/s nach 100 bzw. 200 Megabyte
- „Flatrate“ nach dem Fair Use Prinzip – nach 500 MB ist Schluss

Roaming - Telefonie

Während die Angebote gerade beim Datenroaming noch sehr unterschiedlich sind, hat sich die Situation bei den Gesprächsminuten mittlerweile eingespielt. Neben den recht strengen Minutenvorgaben der EU bieten sich die Mobilfunker gerade im unteren Segment mit ähnlichen Paketen die Stirn, lediglich ab 300 inkludierten Aktiv- und Passivroaming-Minuten trennt sich die Spreu vom Weizen. Für 5 – 10 Euro gibt es 20 – 60 Gesprächsminuten, weitere Pakete sehen 100 bis 500 Gesprächsminuten vor. Wie schon beim Datenroaming ist Orange bei den größeren Paketen preislich gut aufgestellt.

Im 100-120 Minutensegment gibt es preislich mit Angeboten zwischen 15 Euro (Orange), 19,90 Euro (A1), 19 Euro (T-Mobile) und 18 Euro (Drei) allerdings kaum Unterschiede. Bei 300 inkludierten Minuten hängt Orange mit einem Paket um 25 Euro die Konkurrenten A1 (49,90) und T-Mobile (59,90) in Schach. Und auch Drei steigt hier mit 40 Euro für 360 Minuten teurer aus, bietet das Paket aber neben europäischen Destinationen auch für USA, Kanada und Südafrika an. Auch T-Mobile und A1 haben zusätzliche Urlaubsländer im Angebot, eine genaue Auflistung der inkludierten Destinationen findet sich auf der Homepage der Hersteller.

(futurezone) Erstellt am 17.06.2011, 11:00

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