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Project Natick Microsoft will autarke Datenzentren Unterwasser bauen.

Der Prototyp Leona Philpot wurde von Microsoft 105 Tage in zehn Metern Tiefe getestet
Der Prototyp Leona Philpot wurde von Microsoft 105 Tage in zehn Metern Tiefe getestet - Foto: Microsoft
In einem ersten Test wurde ein Prototyp mit Servern an Bord 105 Tage lang in zehn Metern Tiefe vor der kalifornischen Küste versenkt.

Datenzentren haben einen riesigen Energiebedarf. Das liegt nicht nur an den Servern, Switches und Routern, sondern auch an der Kühlung, die für die Geräte benötigt wird. Microsoft will mit Project Natick sowohl das Kühlungs- als auch das Energieproblem eliminieren – indem die Datenzentren im Meer versenkt werden.

Seit 2014 wird bei Microsoft an Project Natick gearbeitet. Das Ziel ist Datenzentren zu bauen, die sich am Meeresboden befinden. Da in den unteren Wasserregionen die Temperatur niedriger ist, ist weniger Energie für die Kühlung nötig. Werden Turbinen zur Stromgewinnung eingesetzt, könnten die Datenzentren energieautark betrieben werden. Für Microsoft gibt es noch einen weiteren, positiven Effekt: Da viele Ballungszentrum an Küsten liegen, würde die Distanz zwischen Datenzentren und Usern reduziert werden, was wiederum für schnellere Verbindungen sorgt.

Prototyp Leona

Jetzt hat Microsoft einen ersten Test für Project Natick erfolgreich beendet. Vor der Küste Kaliforniens wurde ein zylindrischer Stahlbehälter mit 2,5m Durchmesser in zehn Meter Tiefe versenkt. Dieser Prototyp trägt den Namen Leona Philpot – eine Halo-Figur, die sich bei einem Sprung in einen Swimming Pool das Genick gebrochen hat und deshalb im Rollstuhl gelandet ist.

An Bord von Leona waren nicht nur Server, sondern auch zahlreiche Sensoren. Diese sollten nicht nur Daten über den Prototypen sammeln, sondern auch über seine Wirkung auf die Umwelt. Gemessen wurde etwa, ob Geräusche aus dem Inneren nach außen dringen und ob die Umgebungstemperatur ansteigt.

Der Test lief laut Microsoft besser als erwartet, weshalb die ursprüngliche Testdauer auch überschritten wurde. Leona war insgesamt 105 Tage Unterwasser. Anfang nächsten Jahres soll ein weiterer Test starten, mit einem größeren Prototypen. Mögliche Orte sind Florida oder Nordeuropa. Microsoft will bis dahin die Daten auswerten, an Turbinen zur Energiegewinnung arbeiten und an der Serverstruktur feilen. Die Server müssen möglichst wartungsarm sein, da ein Zugriff auf die Hardware durch einen Menschen, während das Datenzentrum Unterwasser ist, nicht vorgesehen ist.

(futurezone) Erstellt am 01.02.2016, 20:16

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