Digital Life

Google will Nutzer mit klinischer Depression erkennen

Wer in den USA mit seinem Mobiltelefon nach "klinischen Despressionen" googelt, wird laut CNBC seit Mittwoch direkt dazu eingeladen einen Fragebogen zur Selbstüberprüfung auszufüllen. Der Test zur Überprüfung der eigenen mentalen Verfassung bedient sich an Studien der National Alliance on Mental Illness (NAMI), die Geisteskrankheiten und Depressionen frühzeitig identifizieren sollen.

Dass eine Früherkennung von besonderer Bedeutung sein kann zeigen neueste Statistiken, die besagen, dass betroffene Patienten durchschnittlich erst mit 6 bis 8 Jahren Verspätung ihre Depression diagnostiziert bekommen haben.

Nur 50 Prozent unternehmen etwas

In dem von Google veröffentlichten Statement spricht Mary Giliberti, Geschäftsführerin von NAMI, vom Versuch, zusammen mit Google ein stärkeres Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen und zu verhindern, dass Betroffene ihre Symptome viel zu lange unbehandelt lassen.

"Nur 50 Prozent der Personen, die unter Depressionen leiden, entschließen sich dazu, etwas dagegen zu unternehmen", sagt Gilberti. "Faktisch ist sogar jeder fünfte Amerikaner davon phasenweise oder konstant davon betroffen."

PHQ-9-Test

Laut Angaben von Google bekommen ihre Plattform-Nutzer nach der Keyword-Eingabe im Suchfeld ein "Knowledge Panel" vorgeschlagen, über welches sie die Option bekommen im Selbsttest zu schauen, ob sie selbst unter einer Depression leiden könnten. Da es sich bei den Fragen um einen medizinisch gültigen PHQ-9-Test handelt, bietet Google sogar vorab eine wertvolle Diagnosegrundlage für einen zukünftigen Arztbesuch.

Laut Google sollen die Daten „sensibel und privat“ behandelt und daher nicht gespeichert werden. Datenschützer zweifeln das Versprechen des Suchmaschinenkonzerns, das einen Großteil seiner Umsätze mit zielgerichteter Werbung verdient, jedoch an. Bereits jetzt ist Google eine der wichtigsten Selbstdiagnose-Hilfsmittel der Welt. Laut einer Pew-Studie googeln zumindest 72 Prozent der US-Amerikaner nach Symptomen, ein Prozent der Google-Suchanfragen drehen sich um Krankheitssymptome.

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