Digital Life

Kuriose "Dopamin Webseiten" lassen Nutzer shoppen ohne kaufen

Eigentlich könnte es so einfach sein: Wenn man etwas braucht, kauft man ein, wenn man nichts braucht, lässt man es bleiben. Doch für viele ist das, was so logisch klingt, eine große Herausforderung. Denn beim Online-Shopping wird Dopamin ausgeschüttet. Der oft als "Glückshormon" betitelte Botenstoff gibt dem Gehirn die Information, dass man sich gut fühlt oder belohnt wurde. 

Mit sogenannten "Dopamin Webseiten", die derzeit vor allem in Südkorea zum Trend werden, kann man dieses Gefühl ohne schlechtes Gewissen bekommen. Die Webseiten und Apps bieten ein vollständiges Einkaufserlebnis: Produkte aussuchen, z.B. Speisen mit verschiedenen Toppings, sie in den Warenkorb legen und am Schluss zum Check-out gehen. Dort gibt man eine Adresse und (falsche) Bankdaten ein und klickt auf "kaufen". Man erhält eine Bestätigung und eine Bestellnummer - ohne echtes Geld auszugeben. 

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"Das Essen kommt nicht"

Auf der koreanischen Seite "FoodNeverComes" (engl. für: "Das Essen kommt nie") kann man sich etwa eine Essenslieferung zusammenstellen: Ramen, Sushi oder Pizza und zum Nachtisch einen Kuchen oder Eis mit extra Schoko-Streuseln. Für viele ist allein schon der Prozess und schließlich die feierliche, erlösende Bestätigung, dass der Kauf geklappt hat, Befriedigung genug. Das eigentliche Produkt braucht man dann gar nicht mehr - und da man ja nie tatsächlich etwas gekauft hat, bekommt man es natürlich auch nicht. 

Allerdings sollte man auch hier vorsichtig sein, denn es gibt Angebote, die daraus Kapital schlagen wollen. Es sprießen kostenpflichtige Apps aus dem Boden, wie "DOPIQ" für iOS. Hier kann man ebenfalls Lebensmittel, Elektronik, Deko- oder Pflegeprodukte "bestellen". Allerdings verlangt der Entwickler dafür eine monatliche Gebühr ab 3,99 Euro

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Neben Shopping-Seiten gibt es auch andere kleine Dopamin-Kicks im Web. Der "Millennial Dopamin Generator" ist z.B. ein virtuelles Smartphone-Display, auf dem per Klick Benachrichtigungen über neue TikTok-Follower oder ermutigende Teams-Nachrichten erscheinen.

Hilfe bei Kaufsucht

Einige Menschen suchen häufig nach Dopamin-Kicks. Das gute Gefühl kann dann zu einer Kaufsucht bzw. einem Kaufzwang führen. Noch verstärkt wurde das in den vergangenen Jahren durch Möglichkeiten, die Produkte erst später oder auf Raten zu bezahlen und es häufen sich Schulden an. 

Das kann eine enorme Belastung für Betroffene sein. Es kann zu Depressionen, Isolation und massiven finanziellen Problemen kommen. Hilfe findet man z.B. bei Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Informieren kann man sich u.a. über das öffentliche Gesundheitsportal.

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