Erster Satellit von Russlands Starlink-Kopie nach 3 Monaten abgestürzt
Starlink ist mittlerweile zum Synonym für satellitengestütztes Internet geworden. Tatsächlich kann bisher kein anderes System nur annähernd mit dem Umfang des SpaceX-Projekts mithalten, denn es hat bereits über 10.000 Satelliten in Betrieb.
Russland, das die Nutzung von Starlink verbietet, versucht mit einer eigenen Satelliten-Konstellation namens Rassvet aufzuschließen: Im März schoss das private Raumfahrtunternehmen Bureau 1440 die ersten 16 Stück in die Erdumlaufbahn. Insgesamt 900 sind bis 2035 geplant, wie Tom's Hardware meldet. Am Wochenende verglühte allerdings einer davon schon wieder in der Atmosphäre, wie Raumfahrtjournalist Anatoly Zak auf seiner Seite Russian Space Web berichtet.
Geheimer Launch
Der Launch vom Kosmodrom Plessezk im Nordwesten Russlands war im Geheimen passiert. Erst am Folgetag veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur TASS eine Meldung mit Details: Der Start erfolgte am 23. März um 20:24 Uhr russischer Zeit, als Träger diente eine Sojus-2.1b-Rakete.
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Die Kommunikationssatelliten wiegen jeweils rund 370 Kilogramm. Sie verblieben 2 Wochen lang regungslos, erst danach folgten erste Manöver Richtung Zielorbit.
Vorbereitungen bei Bureau 1440 für den Launch der 2. Rassvet-Generation im Jahr 2024.
© Bureau 1440
„Objekt Nummer 4“, wie der mittlerweile verglühte Satellit bezeichnet wird, bewegte sich jedoch gar nicht – womöglich wegen eines Problems mit Antrieb oder Steuerung. Durch den Luftwiderstand verlor er beständig an Höhe, bis der Wiedereintritt und damit die Zerstörung unvermeidbar waren.
Es ist keine Eigenheit der russischen Satelliten, in der Atmosphäre abzusinken, wenn nicht aktiv dagegen gesteuert wird. SpaceX lässt nicht länger gebrauchte Starlink-Satelliten regelmäßig absichtlich verglühen, indem es den Antrieb ausschaltet.
Kommerzieller Betrieb ab 2027
Die Konstellation Rassvet soll dennoch im kommenden Jahr den kommerziellen Betrieb starten und seine Services der Industrie zur Verfügung stellen. Das verkündete CEO Alexei Shelobkov am Freitag auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum, heißt es bei Reuters.
Bei Tom’s Hardware wird spekuliert, dass die nächsten Rassvet-Satelliten bereits um den 18. Juni starten sollen. Um in der Abdeckung mit Starlink mithalten zu können, sind jedoch noch Hunderte mehr nötig.
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Shelobkov will von den Vergleichen mit Starlink ohnehin nichts wissen – Bureau 1440 kopiere nicht, sondern entwickle alle Kerntechnologien, Systeme und Komponenten eigenständig. Angesichts weitreichender Handelssanktionen vieler Staaten aufgrund des Angriffskriegs in der Ukraine bleiben Russland jedoch auch nicht so viele Optionen, derartige Satellitensysteme anderweitig zu beschaffen.