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Ukrainer bauen luftlose teilbare Reifen für Kampffahrzeuge

Luftlose Reifen galten einst als das nächste große Ding des Mobilitätssektors. Aber weder bei Pkw noch Fahrrädern konnten sie sich bisher bewähren, obwohl sogar Branchengrößten wie Michelin und Bridgestone daran arbeiten.

Ein Start-up aus der Ukraine will das Prinzip jetzt auf Kampffahrzeuge und Kriegsgerät übertragen. Qirim Technology erweitert das Ganze zudem: Die Reifen bestehen aus Segmenten und können bei Bedarf stückchenweise ersetzt werden.

So könnte der Qirim-Reifen auf einem gepanzerten Fahrzeug aussehen (KI-Bild von Qirim)

Erste Reifen für Roboter

Qirim hat seine Reifen erst im Dezember 2025 offiziell präsentiert und dabei viel auf Render-, bzw. KI-generierte Bilder gesetzt. Deshalb wurde von manchen die Echtheit des Projekts angezweifelt. Doch nach etlichen weiteren Fotos und Videos, die ungeschönt sind, hat das Unternehmen laut eigenen Angaben jetzt damit begonnen, die ersten Reifen an die ukrainischen Streitkräfte zu liefern.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Reifen bestehen diese aus mehreren Einzelteilen. Die ersten Reifen, die Qirim ausliefert, haben einen Durchmesser von 500 mm und sind für das Roboterfahrzeug Lynx Pro gedacht. Jeder Reifen hat 8 Segmente aus Gummi. Diese haben Schrauben eingelassen. Mit Muttern werden sie an einer 8-eckigen Felge montiert.

Reifen für Kampffahrzeuge

Qirim will zukünftig auch größere Reifen anbieten, etwa für militärische Geländewagen im Stil eines Humvee bis hin zu gepanzerten Truppentransportern (APC). Ob das die Truppen so freuen wird, wird sich zeigen: Bisher sind luftlose Reifen nämlich oft daran gescheitert, dass der Fahrkomfort mit hohen Geschwindigkeiten auf Straßen gering war.

Für ungepflasterte Wege, holprige Äcker und zerklüftete Schlachtfelder, wo ohnehin nicht mit allzu hoher Geschwindigkeit gefahren werden kann, ist das wahrscheinlich nebensächlich. Hier überwiegt der Vorteil, dass bei einem luftlosen Reifen die Gefahr eines Platten entfällt. In einer Gefechtsumgebung droht aber weit mehr Gefahr, sei es durch Minen, direkten Beschuss oder Splitterwirkung: Da bleibt es oft nicht bei einem kleinen Loch.

Einfache Reparatur

Mit den Reifen von Qirim kann man dennoch weiterfahren, solange nur einzelne Segmente der Reifen zerstört wurden, oder nicht mehrere zerfetzte direkt nebeneinander liegen und genau auf dem gegenüberliegenden Reifen auf der Achse die gleichen Segmente zerstört wurden. Bei der Reparatur sind die geteilten Reifen ebenfalls ein Vorteil, weil nur beschädigte Segmente getauscht werden müssen.

500-mm-Reifen von Qirim

Zudem ist die Logistik einfacher, weil die einzelnen Elemente platzsparender gelagert und transportiert werden können als ganze Reifen. Außerdem ist es nicht nötig, das Fahrzeug bei einem Platten aufzubocken. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn einen 10 Tonnen schweren BTR-60, den die Ukraine u.a. nutzt, hebt man nicht mal schnell mit dem Wagenheber aus dem Kofferraum an. Beim Qirim-Reifen reicht es, das Rad so zu positionieren, dass das auszutauschende Segment nicht am Boden ansteht.

BTR-60

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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