Digital Life

Fußball-WM in voller Auflösung gibt es nur gegen Aufpreis

Wer sich heute einen Fernseher kauft, kommt an 4K beziehungsweise UHD eigentlich nicht vorbei. Bereits seit Jahren ist die hohe Auflösung bei Geräten in unterschiedlichsten Preisklassen zum Standard geworden. Diese TV-Geräte können Bilder mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln anzeigen, womit sich ein solches Bild aus insgesamt 8.294.400 einzelnen Bildpunkten (Pixeln) zusammensetzt.

Wer jetzt hofft, mit einem 4K-Fernseher die bevorstehende Fußball-WM in bestmöglicher Qualität schauen zu können, könnte enttäuscht werden. Denn weder ORF noch ServusTV werden die Spiele in UHD-Auflösung übertragen. Die beiden Sender teilen sich die Übertragungsrechte und strahlen zwischen dem 11. Juni und dem 19. Juli jeweils 52 Spiele kostenlos im TV und online im Livestream aus. 

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Reduzierte Auflösung 

Im ORF sind die Partien mit der Auflösung 720p zu sehen, was 1280 × 720 Pixel bedeutet. Damit besteht das Bild aus lediglich 921.600 Bildpunkten. Auch im Livestream auf ORF ON sind die WM-Spiele in der Auflösung von 720p50 zu sehen. Das "50" steht für 50 Bilder pro Sekunde. 

Übrigens: Wer das ZDF oder die ARD über Satellit in Österreich empfangen kann, wird auch keine besseren Bilder erhalten. Die beiden deutschen Sender übertragen die WM ebenso in der Auflösung 720p. 

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Weniger Bildpunkte

Ein bisschen besser sieht es auf ServusTV aus. Dort werden die WM-Spiele in einer etwas höheren Auflösung übertragen. "Wir senden sowohl linear als auch digital in 1080i50", erklärt ServusTV gegenüber der futurezone. 

Dieses Signal wird mit 50 Halbbildern pro Sekunde mit je 1920 x 540 Pixeln übertragen. Weil die Halbbilder so schnell hintereinander dargestellt werden, sind für das menschliche Auge 25 Vollbilder sichtbar – in einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln beziehungsweise 2.073.600 Bildpunkten.

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Niedrigere Bildqualität

Am ursprünglichen TV-Signal liegt es nicht. Die 104 WM-Begegnungen in Mexiko, den USA und Kanada werden vor Ort in "höchster UHD-Qualität aufgenommen", erklärt die FIFA auf Nachfrage der futurezone – also in einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Im ORF sind also Bilder zu sehen, deren Anzahl an Bildpunkten im Vergleich zum originalen Bildmaterial beinahe um den Faktor 10 reduziert ist. Auch auf ServusTV ist die Qualität geringer als potenziell möglich. 

Vor allem auf großen TV-Geräten kann es durch die reduzierte Auflösung zu Qualitätseinbußen kommen. Man kann das am besten mit Fotos von Digitalkameras vergleichen. Die Anzahl der Bildpunkte bleibt gleich, auch wenn das Bild riesengroß dargestellt wird. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen den einzelnen Bildpunkten, worunter die Bildqualität leidet.

Zeitgemäße 4K-Fernseher können in der Regel die Bilder von 720p auf UHD hochrechnen und die fehlenden Bildpunkte generieren – also quasi dazuerfinden. Auch wenn durch dieses Hochskalieren die Auflösung verbessert wird, ist das Ergebnis nicht mit einer originalen UHD-Darstellung vergleichbar. 

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Was die Abkürzungen bedeuten

HD und Full HD
"High Definition" (HD) steht in der Regel für eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. "Full HD" verweist auf eine höhere Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Oft werden die Auflösungen etwa auch als 720p (HD) beziehungsweise 1080p (Full HD) angegeben. 

4K und UHD
Die beiden Begriffe werden meist synonym verwendet. 4K kommt jedoch aus dem Kinobereich und bezieht sich auf eine Auflösung von 4096 x 2160 Pixeln. UHD hingegen wurde für den Heimanwenderbereich entwickelt und hat eine etwas niedrigere Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten.

"i" und "p"
Das "p" bei 720p steht für "progressive" und bedeutet, dass Vollbilder übertragen werden. Das "i" bei 1080i steht für "interlaced". Dabei wird das Bild in Halbbildern übertragen – das sogenannte Zeilensprungverfahren. Das spart Bandbreite, mindert aber in der Regel die Qualität gegenüber dem Vollbildverfahren. 

HDR 
steht für High Dynamic Range. Dabei werden Kontrast und Farbvielfalt erhöht. Die Bilder wirken dadurch heller und lebendiger.

UHD nur mit Aufpreis

Die einzige Möglichkeit, WM-Spiele in Österreich in höchstmöglicher Qualität zu sehen, ist bei Magenta TV. Das Unternehmen überträgt auf seiner TV-Plattform alle 104 WM-Spiele in voller UHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. "Auf unserer aktuellen Magenta TV Box wird es dafür eigene UHD-Kanäle geben", heißt es von Magenta gegenüber der futurezone. Auf allen älteren Box-Modellen sowie beim Streaming über die App wird das Signal allerdings in niedrigerer Qualität übertragen. 

Das Unternehmen bewirbt derzeit das "WM Spezial"-Angebot, bei dem man für eine Einmalzahlung von 20 Euro alle 104 WM-Spiele auf Magenta TV schauen kann. Voraussetzung ist lediglich eine aktive Internetverbindung. Aber Vorsicht: Dieses Angebot beinhaltet keine UHD-Kanäle. Wer die aktuelle Magenta-TV-Box haben möchte, muss sich mit einem entsprechenden Tarif für mindestens 3 Monate vertraglich binden

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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