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Mario Tennis Fever im Test: Ein wilder Wimbledon-Fiebertraum

Schon 1984 war der berühmteste Klempner der Welt in einem Tennis-Videospiel zu sehen – allerdings noch als Schiedsrichter.

1995 griff er das erste Mal selbst zum Racket und 2018 das letzte Mal. Nach 8 Jahren Pause ist es jetzt Zeit für ein Comeback, in der Form von Mario Tennis Fever (Switch 2, ab 7 Jahren, 65 Euro bei Amazon).

Kurzer Story-Modus

Wie schon bei Mario Tennis Aces von 2018 hat auch Fever einen Abenteuer-Modus. Diesmal geht es darum, dass Mario, Luigi und Prinzessin Peach in Babys verwandelt wurden. Die scheinbar offensichtliche Lösung: Zum Tenniscrack werden, damit man die Bösewichte mit geballtem Tennistalent besiegt (auf dem Kopf hüpfen so wie in den vergangenen 40 Jahren geht als Baby anscheinend nicht).

Baby Mario

Das Abenteuer beginnt im Tennis-Ausbildungslager des Pilz-Königreichs. Hier wechseln sich Mini-Games, die mehr oder weniger mit Tennis zu tun haben, mit kurzen Matches ab. Zwischendurch kann man ein bisschen frei herumlaufen, Spannendes wird man dabei aber nicht entdecken.

Das Tennislager schaut spannender aus, als es ist.

Das Highlight dieses Modus ist, dass man die Grundschlagarten kennenlernt und erklärt bekommt, wann welche am besten eingesetzt wird. Dass bei einem Mario-Sportspiel in einfacher Sprache rübergebracht wird, warum ein Slice ein Slice und ein Topspin ein Topspin ist und sich die Schläge fühl- und sichtbar unterschiedlich auswirken, ist eine angenehme Überraschung. Ansonsten ist der Abenteuer-Modus aber unspektakulär und nach gut 3,5 Stunden fertiggespielt, obwohl er eher gemächlich ist und durch die langweiligen Dialoge (wie üblich nur als Text) unnötig in die Länge gezogen wirkt.

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Multiplayer

Richtig rund geht es, wenn man Mario Tennis Fever im Mehrspieler-Modus spielt. Zu viert kann man sich online die Bälle um die Ohren hauen, am meisten Spaß macht das aber gemeinsam vor dem Fernseher. Hier kommt auch das namensgebende System des Spiels am besten zur Geltung. Denn man wählt nicht nur einen Charakter aus dem Mario-Universum aus, sondern auch einen der Fever-Schläger.

Mario rockt den Stern-Fever-Schläger

Diese ermöglichen Spezialschläge, die ausgeführt werden können, nachdem man ein paar Ballwechsel hinter sich gebracht hat. Der Feuerschläger erzeugt etwa einen Brand am Court, der Eisschläger einen rutschigen Fleck. Und weil man weder brennend noch schlitternd besonders gut retournieren kann, können sich diese Spezialschläge gewaltig auf den Spielverlauf auswirken. Außerdem: Nimmt ein Spieler von Fever-Folgen, wie Feuer, Wirbelsturm oder Blitz, zu viel Schaden, muss er im Doppel kurz vom Court oder kann beim Einzel ein paar Sekunden nicht mehr das Racket schwingen.

Rutschpartie am Sandplatz

Wirklich spannend wird es, wenn man mit ebenbürtigen Gegnern die Schläger kreuzt. Denn die Fever-Schläge entfalten erst ihre Wirkung, wenn der Ball den Boden berührt. Wird er also als Volley zurückgespielt, bekommt man seine Wirkung am eigenen (virtuellen) Leib zu spüren – außer, man retourniert ihn wieder als Volley. Geht das ein paar Mal hin und her, besonders im Doppel, steigt der Adrenalinpegel am Sofa gewaltig.

Wem das zu heiß her geht, der kann die Fever-Schläger deaktivieren und einfach „nur“ Tennis spielen. Üblicherweise wird aber genau das Gegenteil passieren. Denn zusätzlich zu den Spezialschlägen gibt es noch Sondermatches, die sich wie ein Tennis-Fiebertraum anfühlen. Im Doppel sind dann auf einmal 3 Bälle gleichzeitig im Spiel, die auch immer sofort nachkommen, ohne Aufschlag, ohne Pause. Wer da nur einen Moment nicht aufpasst, ist innerhalb von wenigen Sekunden 4 Punkte hinten.

Mario Tennis Fever ist am besten, wenn es richtig absurd wird.

Bei einer anderen Match-Art wird der Court ständig größer, es sind wie beim Flipperautomaten Bumper am Sandplatz oder man muss den Ball durch Ringe schießen, um zu gewinnen. Und ist man besonders waghalsig (oder hat zu viel Energie), kann man im Real-Modus mit der Bewegungssteuerung der Joy-Cons spielen.

Fazit

Mario Tennis Fever ist am besten, wenn es völlig bizarr wird. Und je mehr Spieler diesen Tennis-Fiebertraum kollektiv erleben, desto lustiger wird es im Wohnzimmer. Spielt man lieber zusammen statt gegeneinander, kann man das zu zweit auch im Turnier- und Turm-Modus machen. Letzterer hält verschiedene kurze Aufgaben bereit, von denen man insgesamt 10 Stück mit nur 3 Versuchen meistern muss. Wer bevorzugt allein und realistisch zockt und das Battle of the Sexes mit Prinzessin Peach und Bowser nachspielen will, wird wegen mangelnder Abwechslung und gemeinschaftlicher Adrenalinausschüttung nicht allzu lange Spaß an diesem Game haben.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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