Gesetzesänderung ebnet Weg für fahrerloses Fahren in Österreich
Infrastrukturminister Peter Hanke und Martin Russ, Geschäftsführer von Austria Tech, haben ein neues Maßnahmenpaket für das autonome Fahren in Österreich präsentiert. Nach einer 12-jährigen Forschungsphase, in die insgesamt 63,5 Millionen Euro flossen, soll nun der Übergang von isolierten Laborbedingungen in den realen Flottenbetrieb erfolgen.
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Konkret heißt das, dass in Österreich ab 2028 Flotten von selbstfahrenden Fahrzeugen im Echtbetrieb getestet werden können. Die rechtliche Basis für die nächste Phase der Mobilitätsstrategie bildet eine Novellierung der Automatisiertes-Fahren-Verordnung in Kombination mit einer Novelle des Kraftfahrgesetzes (KFG).
Selbstfahrende Fahrzeuge im öffentlichen Raum
Diese gesetzlichen Anpassungen ermöglichen erstmals das fahrerlose Fahren unter Aufsicht im öffentlichen Raum. Die Aufsicht kann dabei im finalen Ausbauschritt auch außerhalb des Fahrzeugs erfolgen. Es muss also kein Mensch mehr im Auto mitfahren. Parallel dazu wird der automatische Spurwechselvorgang auf Autobahnen und Schnellstraßen offiziell in den Regelbetrieb übernommen.
Bei bisherigen Tests selbstfahrender Fahrzeuge oder Busse waren Sondergenehmigungen notwendig. Diese konnten nur für ein bestimmtes Fahrzeug auf einer genau definierten Strecke erteilt werden. Außerdem musste immer ein Fahrer mit Griff am Lenkrad dabei sein.
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ROBERTA
Österreich wählt bei seiner Strategie einen anderen Ansatz als etwa die USA, wo der Fokus oft auf individuellen Robotaxis in Metropolen liegt. Die heimische Strategie konzentriert sich stattdessen primär auf den öffentlichen Verkehr und die Versorgung des ländlichen Raums.
Ein wichtiger Punkt ist das bereits bestehende Leitprojekt ROBERTA, das vollautomatisierte Busse bis zum Jahr 2030 in den Linienbetrieb integrieren soll. Tests mit derartigen Bussen im Echtbetrieb sollen Ende 2027 starten. Für das Projekt ist ein Budget von etwa 3,5 Millionen Euro vorgesehen.
Zusätzlich zur nationalen Gesetzgebung verstärkt Österreich die internationale Zusammenarbeit durch die Unterzeichnung der europäischen Cross-Border-Initiative im Juni, um bei der Definition künftiger Standards mitzuwirken. Für Herbst 2026 hat das Ministerium zudem einen Gipfel angekündigt, bei dem Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft gemeinsame Finanzierungsstrategien und Roadmaps abstimmen sollen.