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Aerobag ist ein Airbag in der Radlerhose

Radfahren ist ein notorisch gefährlicher Sport. Und vor allem im Rennradfahren auf professioneller Ebene wird er immer gefährlicher. Denn neues Material und fortschrittliche Trainingsmethoden sorgen dafür, dass die Geschwindigkeiten im Pro-Peloton laufend zunehmen.

Abgesehen vom Helm sind die Fahrer auf ihren Rädern quasi ungeschützt unterwegs, während sie Berge mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h hinunterrasen. Stürze führen darum regelmäßig zu schweren Verletzungen oder sogar zu Todesfällen

Ein belgisches Unternehmen hat eine Möglichkeit entwickelt, Radfahrer besser zu schützen. Dafür soll ein Airbag-System sorgen, das in deren Radhosen integriert wird. Löst es aus, blasen sich an neuralgischen Punkten Polster auf, die Stürze abfangen sollen. Firma und Produkt heißen Aerobag.

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Sensoren lösen aus

9 Bewegungssensoren scannen die Körperdynamik und erkennen charakteristische Bewegungsmuster, die auf einen bevorstehenden Sturz hindeuten. So erfassen die Sensoren unter anderem den Winkel des Rückens und die Rotationsbeschleunigung. Bei Auslösung bläst das System innerhalb von 100 Millisekunden ein Netzwerk aus Luftkissen auf, das Nacken, Wirbelsäule, Brust und Hüfte schützt. Das Gewicht des gesamten Systems liegt bei rund 500 Gramm

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Das Aerobag-System ist vollständig in die Schulterträger von Radhosen integriert. Von außen ist es nahezu unsichtbar; lediglich eine kleine Erhebung am Rücken deutet auf das Gehäuse der notwendigen Gaskartusche hin. Laut den Machern gibt es dadurch keine messbaren aerodynamischen Nachteile.

Die Kissen bestehen dabei aus Thermoplastische Polyurethane, kurz TPU. Dieses Material kommt auch bei modernen, besonders leichten, Fahrradschläuchen zum Einsatz. Nach einem Sturz können die leeren “Airbags” wieder in die Hose gestopft werden, sodass der Fahrer das Rennen fortsetzen kann. 

Die CO2-Kartusche muss nach der Auslösung ausgetauscht werden und kostet etwa 35 Euro, das restliche System ist wiederverwendbar. Der Preis für das Aerobag-System soll zwischen 700 und 850 Euro liegen. 

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Vorteil zu anderen Systemen

Zielgruppe sollen in einem ersten Schritt Radprofis sein. Hier gibt es bereits konkretes Interesse, so wird es in der laufenden Saison vom niederländischen WorldTour-Team Picnic PostNL im Training getestet. 

Vergleichbare Entwicklungen gab es schon mehrere, Aerobag hat aber einen entscheidenden Vorteil. Anders als frühere Airbag-Systeme wie Stan, Cirrus oder B'Safe ist Aerobag nicht in eine spezielle Jacke oder einen Rucksack integriert, sondern kann in die vorhandene Ausrüstung integriert werden. Das ist vor allem im Hinblick auf Sponsoren, die auf der Kleidung abgebildet sind, ein wichtiger Faktor.

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Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

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