Samsung Galaxy A57 im Test: Noch immer ein Gradmesser?
Die Befürchtungen steigender Handy-Preise schienen wahr geworden zu sein, als Samsung sein Galaxy A57 vorgestellt hat. Der Preis zum Marktstart wurde mit 529 Euro angegeben. Im vergangenen Jahr kostete das Vorgängermodell Galaxy A56 anfangs noch 479 Euro. Glücklicherweise fallen die Preise der Samsung-Handys rasant, sodass die Geräte meist schon wenige Wochen nach dem Marktstart deutlich günstiger sind.
Das neue Galaxy A57 macht hier keine Ausnahme: Der Preis ist bereits massiv gefallen. Schon 2 Wochen, nachdem das Smartphone in den Handel kam, kratzt der Preis an der 400-Euro-Marke. Auf Vergleichsplattformen ist das A57 schon für 402 Euro zu haben - Tendenz fallend.
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Immer noch ein Platzhirsch?
Jahrelang galt die A5x-Serie, also etwa das Samsung Galaxy A55 und A56, als Gradmesser in der Mittelklasse. Ich habe mir im Test angesehen, ob sich auch das A57, trotz Preissteigerung, noch immer dieses Prädikat verdient hat.
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Samsung Galaxy A57
© Forian Christof
Ein schlankes Gerät
Das Samsung Galaxy A57 ist ein besonders schlankes und leichtes Gerät. Gegenüber dem Vorgänger ist es deutlich dünner und spürbar leichter geworden. Gepaart mit einer recht ausladenden Display-Diagonale von 6,7 Zoll hinterlässt es durch seine Leichtgewichtigkeit einen vielversprechenden Premium-Eindruck.
Dazu trägt der Aluminiumrahmen bei, der das A57 robust wirken lässt. Alles in allem hat das Mittelklasse-Handy ein ansprechendes Design, das von Minimalismus und geraden Kanten geprägt ist. Mir gefällt das. Durch seine kompakte Form bleibt es auch dann noch ein handliches Gerät, wenn es in einer Schutzhülle steckt.
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Technische Spezifikationen
Samsung Galaxy A57 5G
- Maße und Gewicht: 161,5 x 76,8 x 6,9 Millimeter, 179 Gramm
- Display: 6,7 Zoll AMOLED, 120 Hz, 1080 x 2340 Pixel, 385 ppi, 1.200 nits HBM, 1.900 nits peak, Corning Gorilla Glass Victus+
- Kamera:
- 50 MP Hauptkamera: f/1.8, 1/1.56", PDAF, OIS
- 12 MP Weitwinkel: f/2.2, 1/3.0"
- 5 MP Makro
- Video: 4K@30fps, HDR
- Selfie-Kamera: 12 MP, f/2.2, 1/3.2"
- Prozessor: Exynos 1680 (4nm)
- Speicher: 8/128GB, 8/256GB, 12/256GB, 12/512GB, UFS 3.1
- Akku: 5.000 mAh, Wired Charging bis zu 45 Watt, kein kabelloses Laden
- Software: Android 16, One UI 8.5, 6 Jahre Android-Upgrades und Sicherheitsupdates
- Sonstiges: WiFi 6E, Bluetooth 6.0, Wasserschutz IP68, keine microSD, eSIM
- Farben: Charcoal, Graygreen, White, Lavender
- Preis: ab 529 Euro (UVP); gesehen ab 402 Euro
Samsung Galaxy A57
© Forian Christof
Kaum Neuerungen bei Kamera und Display
Die Qualität des Displays ist erstklassig - darüber muss man sich keine Sorgen machen. Gegenüber dem Vorgängermodell gibt es beim Bildschirm übrigens keine Neuerungen. Dasselbe gilt für die Kamera.
Nichtsdestotrotz liefert das Samsung Galaxy A57 gute Bilder. Die Fotos mit der Hauptkamera erscheinen mit dem für Samsung typischen Look: Die Fotos sind von einem hohen Kontrast und einer hohen Sättigung geprägt. Gleichzeitig können sie mit der Bildqualität überzeugen, wenngleich sie nicht mit den teureren Spitzengeräten der Galaxy-S-Serie mithalten können.
Die Qualität der Weitwinkelkamera ist spürbar schlechter als die der Hauptkamera. Die Bilder sind - vor allem im Bereich der Ränder - nicht ganz scharf, wodurch die Details verschwimmen. Außerdem sind die Weitwinkelfotos nicht ganz so farbstark, aber immer noch passabel.
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Brauchbare KI-Funktionen
Bei den KI-Funktionen wirkt das A57 weitgehend überzeugend. Auch hier fällt das Handy hinter die Flaggschiffgeräte zurück, liefert aber immer noch brauchbare KI-Tools, die unter anderem für die Fotobearbeitung herangezogen werden können. Spiegelungen können damit etwa ausgebessert werden.
Auch unliebsame Objekte können entfernt werden. Wie gut diese AI-Edits funktionieren, hängt maßgeblich von der jeweiligen Szenerie und dem Bildausschnitt ab. Einen Baum vor einem einfarbigen Hintergrund zu ersetzen, ist einigermaßen möglich. Aber selbst hier sieht man bei genauerer Betrachtung, an welcher Stelle sich der Baum befunden hatte.
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Das Ausschneiden eines Baumes vor einfarbigem Hintergrund funktioniert einigermaßen.
© Florian Christof
Davon abgesehen gibt es beim A57 die üblichen KI-Funktionen. Dazu gehören das Transkribieren von Audioaufnahmen, die Online-Suche über das Einkreisen von Bildschirminhalten (Circle to Search) sowie weiteren AI-Foto-Edits.
Wer bei den KI-Features aus dem Vollen schöpfen möchte, muss zu den teureren Galaxy-S-Geräten greifen. Dort gibt es unter anderem einen Assistenten für Anrufe, zum Schreiben, für Notizen und für das Browsen. Auch einen Audio-Radierer, das Now Brief sowie das intelligente Hervorheben von Benachrichtigungen und das Creative-Studio gibt es bei den Mittelklasse-Handys der A-Reihe nicht.
Ausgeliefert wird das Galaxy A57 mit Android 16 und der Samsung-Oberfläche One UI 8.5. Samsung verspricht, das Gerät 6 Jahre lang mit Android-Upgrades und Sicherheitsupdates zu versorgen. Dadurch sollte man bis 2032 ein immer aktuelles Betriebssystem haben.
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One UI 8.5 auf Basis von Android 16 lässt wenig Spielraum für Kritik.
© Florian Christof
Akku ohne kabellosem Laden
Trotz der schlanken Bauweise hat das Galaxy A57 einen Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh, der auf eine konservative Batterietechnologie setzt. Andere Hersteller erreichen mit Silizium/Kohlenstoff-Akkus (Si/C Li-Ion) eine höhere Energiedichte und damit eine höhere Kapazität.
Bei der Akkulaufzeit liegt das Mittelklasse-Handy im Durchschnitt. Bei einer gewöhnlichen Nutzung wird man damit bestimmt über einen vollen Tag kommen. Ein zweiter Tag wird sich eher nicht ausgehen.
Beim Aufladen ist das Galaxy A57 weder besonders flexibel noch besonders schnell. Dass es nicht kabellos aufgeladen werden kann, ist enttäuschend. Die Ladeleistung von bis zu 45 Watt liegt noch im passablen Bereich.
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Samsung Galaxy A57
© Samsung
Fazit
Gemessen am aktuellen Marktpreis von rund 400 Euro ist das Samsung Galaxy A57 ein durch und durch passables bis gutes Gerät. Die Bezeichnung "Klassenbester" oder "Gradmesser in der Mittelklasse", die ich in den vergangenen Jahren für die A-Klasse von Samsung verwendet habe, gilt für das A57 leider nicht mehr.
Aber nicht, weil das A57 schlechter geworden ist, sondern weil die Konkurrenz massiv aufgeholt hat und bei Samsung eher ein Stillstand eingekehrt ist. Denn eine Weiterentwicklung gegenüber dem Vorjahresgerät ist beim A57 nicht wirklich zu erkennen. Dazu kommt, dass der Preis höher geworden ist.
Wer sich ein Samsung Galaxy A57 kauft, wird nicht enttäuscht sein. Für rund 400 Euro bietet es immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer sich bei der Konkurrenz umsieht, wird allerdings eine ähnliche Ausstattung für weniger Geld oder eine bessere Ausstattung für einen kleinen Aufpreis erhalten.
Ein schwieriges Umfeld
Der Preisbereich zwischen 300 und 600 Euro ist besonders hart umkämpftes Terrain. Einerseits tummeln sich dort zahlreiche Mittelklasse-Smartphones. Andererseits drängen die günstigeren und besser ausgestatteten Flaggschiffe aus dem Vorjahr von oben herab in dieses Segment.
Da es bei Smartphones von Jahr zu Jahr keine allzu großen Entwicklungsschritte mehr gibt, spricht nichts dagegen, sich bei Geräten aus dem Vorjahr umzusehen. Hinzu kommt, dass viele Hersteller ihre Smartphones mittlerweile mehrere Jahre mit Updates versorgen, weshalb auch solche Handys noch längere Zeit aktuell bleiben.
Samsung Galaxy A57
© Thomas Prenner
Die Konkurrenz zum Samsung Galaxy A57
Einer der härtesten Konkurrenten des A57 kommt von Samsung selbst - nämlich das Samsung Galaxy A56 (128 GB) aus dem Vorjahr. Es ist derzeit ab lediglich 297 Euro zu haben und da sich zum aktuellen A57 kaum etwas verändert hat, spricht nichts gegen das Vorjahresgerät, das um ungefähr 100 Euro günstiger ist.
Nimmt man den UVP von 529 Euro des Galaxy A57 ist das Samsung-Handy nicht wirklich konkurrenzfähig. Um 50 Euro mehr gibt es nämlich bereits das besser ausgestattete und besonders schlanke Samsung Galaxy S25 Edge – sogar mit doppelt so viel Speicher (256 GB) – aus dem Vorjahr. Deutlich günstiger ist das hochwertigere Samsung Galaxy S25 FE. Es ist derzeit bereits um 470 Euro zu haben.
Ähnlich sieht es bei anderen Herstellern aus. Folgende Geräte sind entweder ähnlich gut, ein bisschen besser ausgestattet oder stehen dem A57 nur bei wenigen Aspekten nach. Bei einem Preisvergleich sollte man auf jeden Fall die Speichergröße im Auge haben.
- Samsung Galaxy A57 (128 GB): ab 400 Euro
- Samsung Galaxy A56 (128 GB): ab 297 Euro
- Samsung Galaxy S25 FE (128 GB): ab 470 Euro
- Samsung Galaxy S25 Edge (256 GB): ab 579 Euro
- Google Pixel 10 (128 GB): ab 539 Euro
- Google Pixel 10a (128 GB): ab 469 Euro
- Motorola Edge 70 (512 GB): ab 427 Euro
- Motorola Razr 60 (256 GB): ab 494 Euro
- Nothing Phone (4a) Pro (128 GB): ab 479 Euro
- Nothing Phone (4a) (128 GB): ab 349 Euro
- Oppo Reno15 (512 GB): ab 494 Euro
- Xiaomi Poco F8 Pro (256 GB): ab 500 Euro
- Xiaomi Poco X8 Pro (256 GB): ab 317 Euro
- Xiaomi 15T (256 GB): ab 402 Euro
- Xiaomi Redmi Note 15 Pro+ (256 GB): ab 345 Euro