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Österreich bleibt trotz Krise Innovationsspitze in Europa

2025 war wirtschaftlich kein einfaches Jahr für Österreich. Unter anderem blieb die Inflation relativ hoch und das Staatsdefizit über der EU-Grenze. Trotz vieler Herausforderungen zählt das Land dennoch weiterhin zu den innovativsten Ländern weltweit. Seine starke Position spiegelt sich etwa im Global Innovation Index 2025 wider, in dem Österreich unter 139 Ländern weltweit den 19. Platz erreicht. 

Auch auf europäischer Ebene bestätigt sich die Kompetenz: Im aktuellen European Innovation Scoreboard belegt Österreich den 8. Platz. Die nachhaltige Innovationskraft des Landes zeigt sich dabei insbesondere in den im EU-Vergleich überdurchschnittlichen Forschungsausgaben sowie in der ausgeprägten Dynamik bei Patentanmeldungen. 

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Strategische Stärken

„Mit einer F&E-Quote von rund 3,3 Prozent des BIP liegt Österreich weiterhin als ,Strong Innovator’ im EU-Spitzenfeld“, betont Henrietta Egerth, Co-Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Parallel zeige sich, dass diese hohe Forschungsintensität noch stärker in wirtschaftliche Wirkung übersetzt werden muss. „Eine Forschungsquote von 4 Prozent bis 2030 bleibt das Ziel“, sagt sie.

Fakten

Förderung
Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 hat die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG über 65.000 Projekte unterstützt. Im Fokus sind wirtschaftsnahe Projekte.

Rund 13 Milliarden Euro wurden insgesamt bisher vergeben. Jedes Jahr zahlt die FFG rund 1 Milliarde Euro an Fördergeld aus.

Vor diesem Hintergrund verweist Egerth auf die strategischen Stärken des Landes. „Auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigt sich, dass Österreich in Schlüsseltechnologien gut aufgestellt ist – insbesondere in der Quantentechnologie, den Life Sciences und der Halbleiterforschung.

Quantenforscherin geehrt

Dass diese Bereiche Substanz haben, zeigt sich auch international: „2025 gingen 20 ERC Starting Grants an Forschende in Österreich. Die von der Bundesregierung im Rahmen der Industriestrategie definierten Schlüsseltechnologien sind dabei ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Österreich“, sagt Egerth.

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Ein Höhepunkt war auch die Auszeichnung der Quantenphysikerin Francesca Ferlaino von der Universität Innsbruck als Wissenschafterin des Jahres 2025. Solche Auszeichnungen machen laut Egerth sichtbar, dass Österreich über eine anerkannte Forschungslandschaft verfügt, die auch internationale Forscherinnen und Forscher anzieht. „Sie stehen für langfristigen Kompetenzaufbau und stabile wissenschaftliche Ökosysteme – und dafür, dass Spitzenforschung hier möglich ist. Über die Auszeichnung von Frau Ferlaino freuen wir uns ganz besonders, da sie mit ihrem Forschungsgebiet Quantentechnologie eine wichtige Schlüsseltechnologie vorantreibt.“

Innsbrucker Quantenphysikerin ist Wissenschafterin des Jahres

Österreich verfügt über eine ausgeprägte Stärke im Bereich der Quantenphysik. Unter anderem wurde vor 3 Jahren der österreichische Wissenschafter Anton Zeilinger für seine Experimente mit Photonen mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. 2025 wiederum wurde die Quantenphysikerin Francesca Ferlaino von der Uni Innsbruck zur Wissenschafterin des Jahres ernannt. 

Geehrt wurde sie nicht nur für ihre Forschungsleistungen, sondern insbesondere für ihre Verdienste, ihr komplexes Forschungsgebiet einem breiten und vor allem jungen Publikum näherzubringen. Unter anderem hielt sie Vorträge im Rahmen des Schulprogramms „Quantastisch! Was geht in der Quantenwelt!?“ und konnte so zahlreiche Schüler für diesen Wissenschaftsbereich begeistern.

Frauen in der Physik

Ferlaino forscht seit 20 Jahren am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck – ihr Fokus liegt auf Quantenphänomenen in atomaren Gasen bei ultratiefen Temperaturen. Seit 2014 ist sie wissenschaftliche Direktorin am Innsbrucker Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die Forscherin ist außerdem in mehreren Forschungsnetzwerken aktiv – etwa in „Atom*innen“, dem von ihr gegründeten Netzwerk für Frauen in den Quantenwissenschaften. Hier spielen etwa Genderthemen in der Forschung eine Rolle.

Strukturelle Hürden

Neben den Erfolgen sieht die FFG jedoch auch strukturelle Herausforderungen. „Die größte Hürde bleibt, Forschung rascher in die Anwendung zu bringen“, sagt FFG-Co-Geschäftsführerin Karin Tausz. Viele Projekte seien wissenschaftlich stark, kommen aber beim Schritt in Richtung Markt nur schwer voran. „Es mussten rund 600 qualitativ hochwertige Projekte abgelehnt werden – nicht aus Qualitätsgründen, sondern wegen fehlender Mittel. Das bremst, gerade in einer Rezession“, sagt sie.

Ein zentraler Hebel für erfolgreiche Forschung seien im Allgemeinen stabile und langfristige Kooperationen mit internationalen Partnern und der Industrie. „Besonders erfolgreich sind Modelle, in denen Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Die 23 COMET-Zentren zeigen, dass solche Strukturen auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen tragfähig sind und Innovationen in Richtung Anwendung bringen“, erklärt Tausz.

Karin Tausz und Henrietta Egerth, Co-Geschäftsführerinnen der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. 

Chancen für 2026

Die Erfolge von 2025 schaffen jedenfalls eine solide Basis, um Chancen im kommenden Jahr zu nutzen, gleichzeitig aber auch die bestehenden Hürden zu meistern. Eine zentrale Erkenntnis sei laut Egerth, dass Forschung auch in einer anhaltenden Rezession konsequent weiterverfolgt werden muss. Die hohe Nachfrage nach Förderungen zeige, dass es an Ideen nicht mangelt. „Entscheidend ist, Planungssicherheit zu schaffen, damit dieses Potenzial nicht verloren geht.“

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Ein Ziel für 2026 sei laut Tausz, mit den vorhandenen Mitteln möglichst viel Wirkung zu erzielen. „Wirkungsanalysen zeigen, dass 2/3 der geförderten Unternehmen bereits wenige Jahre nach Projektende zusätzliche Umsätze erzielen. Diese Wirkung wollen wir künftig noch gezielter unterstützen – durch klare Schwerpunkte und eine stärkere Verzahnung von Forschung und Anwendung.“ 

Wesentlich sei auch, dass Österreich ein klares Ziel für den wirtschaftlichen Aufschwung hat. „Die Industriestrategie ist ein Weg und wir als FFG bringen unsere Expertise ein, um das Ziel der Bundesregierung, Österreich bis 2035 zu einer der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften zu machen, aktiv zu unterstützen“, betont Tausz.

Diese Serie erscheint in redaktioneller Unabhängigkeit mit finanzieller Unterstützung der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

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Andreea Bensa-Cruz

Andreea Bensa-Cruz beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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