Smartes Kissen streamt Musik, wenn man es umarmt
Es ist ein Dilemma: Musikhören hilft vielen Menschen beim Einschlafen. Doch zum Aufdrehen der Musik muss man üblicherweise aufs Handy schauen – und das schadet dem Einschlafen.
Ein Team der University of Glasgow begegnet diesem Problem nun mit einem smarten Kissen. Der darin verbaute Lautsprecher lässt sich per Druck steuern, also z. B. durch Umarmen. Den Prototypen haben sie am Dienstag bei der Fachkonferenz TEI in Chicago vorgestellt.
Schlafqualität verbessern
„Bildschirmzeit vor dem Einschlafen kann sich negativ auf die Schlafqualität auswirken“, sagt Xianghua Sharon Ding in einer Aussendung. Ihre Forschungsgruppe beschäftigt sich mit Mensch-Computer-Interaktionen und digitaler Gesundheit.
Technologien zur Verbesserung des Schlafes hätten sich bisher v. a. mit Tracking, Regelmäßigkeit und Entspannungsanreizen beschäftigt, so die Assistenzprofessorin: „Wir wollten herausfinden, ob es möglich wäre, die sehr geläufige und beruhigende Form eines Kissens zu nutzen, um die Vorteile nächtlicher Smartphone-Verwendung zu nutzen und gleichzeitig die potenziellen Gefahren zu vermeiden.“
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Drucksensor im Polster
Das Polster soll es ermöglichen, mit geschlossenen Augen Audioinhalte zu genießen. Dafür haben die Forscherinnen und Forscher zunächst eine App entwickelt, mit der Nutzerinnen und Nutzer Musik, Nachrichten und Hörbücher auswählen können.
Für den ersten Hardware-Prototypen verbauten sie einen Sensor in einem Kissen. Durch eine Umarmung konnte man den Lautsprecher an- und wieder ausschalten.
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Bestickt mit einem Katzengesicht
Nach eigenen Tests ergänzten sie weitere Elemente: Sie bestickten die Vorderseite mit einem Katzengesicht, das man zur Orientierung ertasten kann. In die „Ohren“ integrierten sie 2 weitere Sensoren, um das Überspringen von Titeln zu ermöglichen.
Für Pause- und Play-Button kam noch ein Sensor in die Stirn der gestickten Katze. Damit man die Steuerelemente nicht versehentlich im Schlaf bedient, verfeinerten sie noch die Druckempfindlichkeit der Sensoren.
Noch nicht marktreif
Das Team lud anschließend 16 Freiwillige ein, ihr Polster zu testen. Das Feedback war demnach überwiegend positiv. Die Testerinnen und Tester schlugen noch einige Designänderungen vor. So könnte das Audio mit einem Fade-Out enden oder haptisches Feedback ergänzt werden.
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„Wir möchten nun daran arbeiten, diese Forschung in ein Produkt umzusetzen, das die Menschen kaufen und selbst nutzen können“, sagt Ding. Sie und ihr Team seien auf der Suche nach Partnern, die dabei helfen können, das Polster auf den Markt zu bringen.